Nur eine kleine Auswahl aus 80 Entwürfen von 18 Einsendern, die ein neues Logo für die Gemeinde Schermbeck entwarfen. Am Ende gewann jedoch ein anderes. © Fehmer (Montage)
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Simone Köllmann gewinnt Logo-Wettbewerb in Schermbeck

Kontroverse Diskussionen löste der Wunsch der Verwaltung nach einem Schermbeck-Logo aus. In überraschender Einstimmigkeit hat die Politik nun den Vorschlag von Simone Köllmann ausgewählt.

Es war das, was man eine schwere Geburt nennt. Zweimal war die Verwaltung mit Vorschlägen für ein neues Schermbeck-Logo auf Ablehnung und sogar Spott der Politik gestoßen. Ein offener Wettbewerb sollte die Wende bringen.

Deutliche Zweifel äußerten im Wirtschaftsförderungs- und Tourismusförderungsausschuss aber einige Politiker, ob ein von der Verwaltung gewünschtes Logo überhaupt notwendig sei.

Immerhin seien „80 Prozent der Einsendungen besser als das, was die Verwaltung mit ihrem ‚Schermi-Logo‘ angeboten hat“, sagte Stefan Steinkühler (Grüne). Anderer Meinung war Manuel Schmidt (Die PARTEI): Viele der eingereichten 80 Logos sähen aus, „als seien sie zu Hause auf dem Rechner mit Paint zusammengekloppt worden“.

Einstimmiger Beschluss

Erstaunlich in dieser Gemengelage war am Ende der einstimmige Beschluss des Ausschusses – bei einer Enthaltung der BfB, die das Schermbecker Wappen für ausreichend hält: Der erste Platz ging an den „Entwurf 12.1“, der von Simone Köllmann aus Schermbeck eingereicht wurde.

Das ist das neue Logo der Gemeinde Schermbeck. Angefertigt wurde es von Simone Köllmann.
Das ist das neue Logo der Gemeinde Schermbeck. Angefertigt wurde es von Simone Köllmann. © Simone Köllmann © Simone Köllmann

Größtenteils mit Stimmen der CDU wurden auf den zweiten Platz der Entwurf 1.5 von Hubert Baumann aus Hamminkeln und auf den dritten Platz der Entwurf 18.1, eingereicht von Daniela Reddig aus Schermbeck, gewählt. Für den ersten Preis gibt es 1.000 Euro (500 Euro für den zweiten, 250 Euro für den dritten).

Das Logo von Simone Köllmann soll nun auf der Gemeinde-Homepage sowie für touristische und wirtschaftsfördernde Zwecke eingesetzt werden, so der Vorschlag von Manuel Schmidt. Auch sollen es Bürger, Gewerbetreibende und andere Institutionen auf formlosen Antrag kostenfrei nutzen können. Diese Einschränkung könne verhindern, „dass schwierige Organisationen“ das Logo nutzten, so Schmidt.

„Ich habe immer die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“

Simone Köllmann war am Freitag erfreut, dass ihr Logo ausgewählt wurde. Die studierte Grafik-Designerin arbeitet selbstständig im Studio für Grafik und Design „eskades“. Die 42-Jährige verfolgt schon lange die Diskussion um ein neues Logo und auch die zuvor gemachten Vorschläge: „Ich habe immer die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.“

„Weil ich aus Schermbeck komme und mich sehr gut in Schermbeck auskenne“: Das sei die Triebfeder für eine Beteiligung beim Wettbewerb gewesen. Als erste Frage habe sie sich gestellt: „Was zeichnet Schermbeck aus?“ Was schwerer zu beantworten gewesen sei, als etwa bei einer Stadt wie Köln.

Hoher Wiedererkennungswert

Vier Themen deckt ihr Logo ab: Wasser, Natur und Freizeit, Kultur sowie Tradition. Das Mühlenrad steht für Wasser, Baum und Fahrrad stehen für Natur und Freizeit. „Die Ehemalige Reformierte Kirche hat einen hohen Wiedererkennungswert und da sollen Kulturveranstaltungen stattfinden“, begründet Köllmann, warum diese für Kultur steht. Und die Wappen der Kilian-Schützengilden Schermbeck und Altschermbeck stehen für Tradition.

Sehr abstrakt müsse ein Logo sein, sagt die 42-Jährige. „Es darf nicht viele kleine Einzelheiten haben.“ Die Icons, also die kleinen Bilder, könne man für die neue Homepage der Gemeinde ebenso wie die gewählten Farben als Ausgangspunkt nutzen.

Unter den Icons steht „Schermbeck“ und „Schön hier“. Köllmann sagt, das Schwierige bei der Logo-Entwicklung sei das Zusammenspiel von Bild und Wort, die eine Harmonie bilden müssten. Auch wenn man die Idee für das Logo im Kopf habe, vergingen Stunden und Tage, bis diese Harmonie hergestellt sei. Auch habe sie Tipps und Einschätzungen von Kolleginnen eingeholt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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