Siebenköpfige Gruppe soll mit Baseballschlägern Garten gestürmt haben

dzKörperverletzung

Mit der Faust soll ein Oberhausener einen Schermbecker geschlagen und ihn am Boden in die Rippen getreten haben. Der 34-Jährige: „Ich hatte mir vorher eine Flasche Whisky reingekloppt.“

Schermbeck

, 20.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Baseballschlägern bewaffnet soll eine Gruppe aus sieben Männern am 14. Juli 2018 in Schembeck an einer Gartentür geklingelt haben und lautstark den Namen des dort Wohnenden gebrüllt haben. Der war jedoch nicht zu Hause, stattdessen ein anderer Mann. Die Gruppe habe den Garten gestürmt und sich dann wieder entfernt.

Als der Mann folgte und mit seinem Handy ein Foto von der Gruppe machte, drehte diese um. Der 34-jährige Oberhausener soll mit Fäusten auf den Mann eingeprügelt haben, der auf den Hinterkopf fiel. Selbst am Boden habe der 34-Jährige noch auf sein Opfer eingetreten und die anderen Männer sollen drumherum gestanden haben: So lautete die Anklage am Montag am Weseler Amtsgericht.

Angeblich Beteiligter soll Hafturlaub gehabt haben

Drei Männer saßen auf der Anklagebank. Der 34-Jährige, sein Bruder und ein weiterer Oberhausener (24), die weiteren Beteiligten sind nicht ermittelt. Sein Bruder sei an dem Tag nicht dabei gewesen, so der 34-Jährige: „Der hatte zwar Hafturlaub, aber er war nicht dabei.“

Der 24-Jährige und der 34-Jährige waren sich einig, dass sich an dem Tag etwas völlig anderes abgespielt habe. Man habe bei einer 38-jährigen Schermbeckerin nach einer Geburtstagsfeier Bierbänke einladen wollen. Dabei habe es Bier und Schnaps gegeben.

Dann habe beim Nachbarn der Hund gebellt und man sei hingegangen. Der 24-Jährige: „Wir wollten wissen, was los ist.“ Der 34-Jährige sei gestürzt und mit der Hand in eine Scheibe des Nachbarhauses gefallen, die zu Bruch ging. Er habe sich mit dem Geschädigten unterhalten, sich mit ihm auf 30 Euro als Schadensersatz geeinigt und sogar die Handynummer dagelassen, so der 24-Jährige. „Ich hinterlasse doch nicht meine Telefonnummer, nachdem ich jemanden zusammengeschlagen habe. Das macht doch keinen Sinn.“

„So was brauche ich nicht“

Der 34-Jährige konnte sich ebenfalls an keine Schläge erinnern. „Baseballschläger? So was brauche ich nicht.“ Er habe sich schon jahrelang nicht mehr geprügelt.

Aufklärung hätte die 38-Jährige bringen können, die bei der Polizei noch detailliert ausgesagt hatte, sich jetzt aber an nichts mehr erinnern könne. Sie sei damals von der Polizei unter Druck gesetzt und nicht belehrt worden, sagte sie. Warum sie dann ihr Vernehmungsprotokoll unterschrieben habe, das eine Belehrung im ersten Satz beinhaltete, fragte der Richter. „Ich hatte Angst.“

Die ersten Aussagen der Frau hätten sich allerdings auffallend mit denen des Geschädigten gedeckt, sagte der Richter. „Hat Ihnen vielleicht jemand gesagt: Sei vorsichtig, was du aussagst?“

Da der Geschädigte und eine weitere Zeugin nicht erschienen waren, wurde die Hauptverhandlung ausgesetzt. Am 30. April soll es weitergehen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt