"Ihr seid eingeladen": So steht es auf dem Banner, das am Mittwochmorgen an der Ludgerus-Kirche in Schermbeck aufgehängt wurde. © Xavier Muppala
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Segnung auch für gleichgeschlechtliche Paare: „Jeder ist willkommen“

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare lehnt die römische Glaubenskongregation ab. Am Samstag will Pastor Xavier Muppala aber auch solche Paare segnen und sieht darin keine Protestaktion.

Ein Banner mit den Worten „Ihr seid eingeladen“ wurde am Mittwochmorgen an der Ludgeruskirche in Schermbeck von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr aufgehängt. Die Regenbogenfarben sind ein Symbol dafür, dass die Gemeinde für eine bunte Gesellschaft eintritt.

„Der Pfarreirat hat das thematisiert“, sagt Pastoralreferentin Desirée Kaiser auf die Frage, wie der Stein für den geplanten Gottesdienst am Samstag (15. Mai) um 18 Uhr ins Rollen kam. Ein Gottesdienst, zu dem, wie Pastor Xavier Muppala betont, „wirklich alle eingeladen sind“.

„Es geht nicht nur um bestimmte Gruppen“

Es handele sich nicht um eine Segnungsfeier nur für gleichgeschlechtliche Paare, so Muppala. „Es geht nicht nur um bestimmte Gruppen. Sondern um alle, die Gottes Segen empfangen möchten.“

Pastor Xavier Muppala will am Samstag auch gleichgeschlechtliche Paare in St. Ludgerus segnen. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Muppala schreibt in seiner Einladung: „Wir möchten niemanden ausschließen, bei uns ist jeder willkommen! Jeder, ob Single oder in einer Liebesbeziehung, langjährige Ehepaare, gleichgeschlechtliche Paare, wiederverheiratete Geschiedene, jung Verliebte, also alle Menschen können sich am Ende des Gottesdienstes persönlich von unseren Seelsorgern segnen lassen.“

„Wir wollen nicht gegen etwas sein“

„Das ist keine Protestaktion, keine Demonstration. Wir wollen nicht gegen etwas sein“, sagt Muppala. Die Gemeinde wolle eine „positive Botschaft“ aussenden. Gleichwohl steht die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare der Haltung der römischen Glaubenskongregation entgegen, die Mitte März die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare verboten hat.

Muppala erinnert hingegen an Jesus. „Zu seiner Zeit waren viele Menschen von der Gesellschaft ausgegrenzt. Jesus ist zu den Menschen gegangen und hat die Liebe Gottes verkündet. Auch die ausgegrenzten Menschen sind Kinder Gottes, unabhängig davon, wie sie leben.“ Gleichwohl sagt er auch: „Gottesdienste sollten nicht als Protestaktion benutzt werden. Gottesdienste sind Gottesdienste!“

Bis zu 70 Gottesdienstbesucher

Die aktuellen Corona-Regeln (Maske, Abstand) sind im Gottesdienst natürlich einzuhalten. Bis zu 70 Gottesdienstbesucher dürften in die Kirche, so Muppala. „Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.“

Der Gottesdienst wird live übertragen und kann auf www.sankt-ludgerus.de mitverfolgt werden. Eine Übersicht der aktuellen Corona-Regeln steht ebenfalls auf der Webseite der Kirchengemeinde.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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