An der Gaststätte Nappenfeld´s ließ eine Bläsergruppe am Sonntag Marschmusik erklingen. © Helmut Scheffler
Schützen

Schützen sind wieder aktiv: „Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Schützenfeste sind wegen Corona untersagt. Doch die Schermbecker Schützenvereine lassen ihr Brauchtum im Rahmen des Erlaubten wieder aufleben. Motto: „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“

Philip Uhlenbruck und Lena Großblotekamp regieren mit ihren Hofpaaren mittlerweile im dritten Jahre das Lippedorf Gahlen, weil wegen Corona auch am vergangenen Wochenende kein Schützenfest erlaubt war.

Pfarrer Christian Hilbricht (r.) sprach am Gahlener Ehrenmal über die Opfer der Corona-Pandemie. Aufmerksame Zuhörer waren der Thron, die Offiziere und die Ehrenmitglieder.
Pfarrer Christian Hilbricht (r.) sprach am Gahlener Ehrenmal über die Opfer der Corona-Pandemie. Aufmerksame Zuhörer waren der Thron, die Offiziere und die Ehrenmitglieder. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Thron, Offiziere und Ehrenmitglieder des Bürgerschützenvereins Gahlen beteiligten sich stattdessen im kleinsten genehmigten Kreis am Samstagnachmittag an der Totenehrung am Ehrenmal. Pfarrer Christian Hilbricht sagte dort, die Pandemie habe uns im Griff. Von den Inzidenzzahlen hänge es ab, wie wir uns einschränken müssten. Es gelte weiterhin, Vorsicht walten zu lassen.

Oberst Dominik Schneider sagte, es sei noch offen, welche weiteren Vereinsveranstaltungen 2021 noch ausfallen müssen. Jubilarehrungen sollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr stattfinden.

Trommeln auf Privatgrundstücken

Ebenfalls auf ihr mehrtägiges Schützenfest verzichten muss am zweiten Juli-Wochenende die Kiliangilde Schermbeck von 1602. Auf das Vortrommeln wollte die Gilde aber nicht verzichten. Doch das war am vergangenen Wochenende nur erlaubt, wenn auf das Trommeln im öffentlichen Raum verzichtet wurde.

In diesem Jahr darf der Schermbecker Vortrommler-Stammtisch „Tsching-Bumm-Aida“ nur auf Privat-Grundstücken trommeln oder auf die Pauke hauen.
In diesem Jahr darf der Schermbecker Vortrommler-Stammtisch „Tsching-Bumm-Aida“ nur auf Privat-Grundstücken trommeln oder auf die Pauke hauen. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Da wussten sich die Mitglieder des Vortrommler-Stammtisches „Tsching-Bumm-Aida“ zu helfen. Florian Anschütz, Michael Beltermann, Marc Anschütz, Thomas Wittwer und André Anschütz starteten an der Gaststätte „Schermbecker Mitte“, ließen die Trommeln beim Gang über die Mittelstraße schweigen, um sie wenig später auf dem Gelände des Ehrenpräsidenten Günther Beck Märsche zu dessen 62. Geburtstag umso lauter erklingen zu lassen.

So soll es auch an den kommenden Sonntagen jeweils ab 18 Uhr geschehen. Wer die Vortrommler an oder in der eigenen Wohnung empfangen möchte, kann unter Tel. 0172-8932336 einen Besuchstermin anmelden.

Altschermbecker starteten mit Bläsern

Vier Wochen vor Kilian hat auch die Kiliangilde Altschermbeck damit begonnen, durch Bläser als Ersatz für Trommler auf das 144-jährige Schützenbrauchtum im Königreich Altschermbeck aufmerksam zu machen. Im öffentlichen Raum ist das untersagt – deshalb ließen die Altschermbecker nur auf privaten Flächen Schützenmusik erklingen.

Der Start erfolgte am Sonntag auf dem Gelände der Gaststätte Nappenfeld´s. König Bernd Becker und Königin Ulla Bienbeck standen mit ihren Ehrenpaaren Werner Besten/Petra Becker und Berthold Bienbeck/Petra Besten ebenso Spalier wie Vorstandsmitglieder und das Offizierskorps, als die Bläser erstmals Schützenmusik erklingen ließen.

Schützenpräsident Gregor Zens dankte den jungen Musikern für ihren Auftritt und berichtete den Schützen von der Möglichkeit, sich am 26. Juni zwischen 12 und 17 Uhr an der Gaststätte Nappenfeld´s in die Schützenliste eintragen zu lassen. Die Schützenkarte kostet unverändert acht Euro.

Ob und wie unter sich ändernden Corona-Vorgaben an den Tagen des Schützenfestes Aktionen der Schützen möglich sind, ist momentan nicht erkennbar. „Wir werden“, so Gregor Zens, „auf jeden Fall etwas machen; wir lassen uns nicht unterkriegen.“ Wie im vergangenen Jahr soll auf dem Festplatz an der Freudenbergstraße am Kilians-Sonntag ab 10.30 Uhr eine Feldmesse gefeiert werden.

Weselerwalder Schützen waren nicht untätig

Aufgrund der Corona-Pandemie hat es seit über einem Jahr beim Heimatverein Weselerwald und Umgebung keine gemeinsamen Veranstaltungen gegeben. Der Vorstand war allerdings nicht untätig. Im Herbst 2020 wurden 2500 Narzissen-und Tulpenzwiebeln an Straßen gepflanzt.

Der Wegweiser an der Kreuzung Brüner Weg/Wachtenbrinker Weg war in die Jahre gekommen. Inzwischen konnten ein neuer Wegweiser und eine Ruhebank besorgt werden. Ein Zeitpunkt für das Aufstellen steht noch nicht fest. Die Jahreshauptversammlung 2021 soll schnellstmöglich einberufen werden, dann stehen auch Vorstandswahlen an.

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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