Schildbürgerstreich? Erwin Schmitz will sich gegen ein „d“ wehren

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Seit acht Jahren wohnt Erwin Schmitz im neuen Haus am Borgskamp. Jetzt will die Gemeinde die Hausnummer von 2 in 2d ändern. Schmitz fürchtet, dass der Rettungsdienst ihn nicht mehr findet.

Schermbeck

, 30.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 64-Jährige sagt, dass er sich schon 2012 beim Einzug über die Nummerierung der Häuser im Borgskamp gewundert habe. Zwei ältere Häuser im Eingangsbereich des Borgskamps, deren Hauseingänge zum Borgskamp weisen, waren vor dem neuen Baugebiet der Weseler Straße zugeordnet. „Ich dachte, das wird die 2 und 4, wir hätten die 6 bekommen“, so Schmitz.

Doch die beiden Häuser behielten ihre Anschrift Weseler Straße und Schmitz erhielt die Hausnummer 2. So weit, so gut. Dass es auch jetzt schon Paketdienst-Fahrer gibt, die sich am Borgskamp angesichts der Nummerierung der Häuser schwer tun, erlebt Schmitz immer wieder. „Es fragen immer wieder Leute.“

„Ein Schildbürgerstreich“

Nun erhielt er am 10. Juni einen Anhörungsbogen der Gemeinde. Im Eingangsbereich der Straße soll gebaut werden - deshalb müsse die Nummerierung der Hausnummern geändert werden. Schmitz, so der Vorschlag, soll hinter die 2 noch ein „d“ bekommen. Ein „Schildbürgerstreich“ sei das, so Schmitz, der sagt, dass er sich sehr geärgert habe.

„Ich habe gerade neue Pässe machen lassen“, sagt Schmitz, doch der persönliche Aufwand für ihn sei nicht der Hauptgrund, weshalb er sich gegen das „d“ an seiner Hausnummer 2 wehren will. Wenn es im vorderen Bereich der Straße eine 2a, 2b und 2c gebe, „dann würde ich die 2d überall vermuten, aber nicht 80 Meter weiter und hinter einem Regenrückhaltebecken“, sagt Schmitz. Er fürchte, dass es bei einem Rettungswagenfahrer genau so sein könnte. Was im Ernstfall wertvolle Minuten kosten könnte.

Die rote 2 zeigt das Haus von Erwin Schmitz, die grüne 2 die Stelle, wo neu gebaut werden soll. Dass dort 2a, 2b und 2c liegen könnten und erst nach der Kurve die 2 d von Erwin Schmitz kommen soll, sieht der Schermbecker als problematisch an.

Die rote 2 zeigt das Haus von Erwin Schmitz, die grüne 2 die Stelle, wo neu gebaut werden soll. Dass dort 2a, 2b und 2c liegen könnten und erst nach der Kurve die 2 d von Erwin Schmitz kommen soll, sieht der Schermbecker als problematisch an. © Gemeinde Schermbeck

Rainer Eickelschulte, Leiter des Bauamts, berichtete erst kürzlich in einem Ausschuss von so einem Fall, als ein Rettungswagenfahrer die Hausnummer nicht finden konnte. Es sei wichtig, dass „der Rettungsdienst bei jeder Witterung schnell durch eine übersichtliche Hausnummerierung den Zielort findet“.

Er sei offen für Vorschläge, betont Eickelschulte, und habe deshalb den Anhörungsbogen versandt - und keinen Bescheid. Da noch nicht ganz klar sei, welche Bebauung in den Eingangsbereich der Straße komme, in welcher Geschossanzahl und mit wie vielen Eingängen, habe man den Buchstaben „d“ vorgeschlagen, „um etwas Puffer zu haben“.

Keine komplette neue Nummerierung

Schmitz wendet ein, dass es im ganzen Baugebiet keine Buchstaben in den Hausnummern gebe. Wenn man das vermeiden wollte, müsste man die komplette rechte Seite des Borgskamps mit neuen Hausnummern ausstatten. „Wir wollen aber den Änderungsaufwand möglichst gering halten“, ist Eickelschulte gegen diesen Vorschlag: Denn dann seien viele Anwohner betroffen und damit schieße man „über das Ziel hinaus“. Er wolle die „Fallzahl“ möglichst gering halten.

Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten: Schmitz könnte sich auch vorstellen, dass er die 4a bekommt, sein Nachbar direkt neben ihm die 4b. Diese Idee will Eickelschulte prüfen. Ebenso wie die, in Nähe der Hausnummern 2a, b und c ein Schild mit dem Hinweis zu versehen, dass die 2d mit etwas Abstand folgt. Das müsse dann an einem Straßenschild erfolgen, so Eickelschulte.

Doch Eickelschulte könnte sich noch eine andere Alternative vorstellen. „Ein höherer Buchstabe.“ Also nicht „d“, sondern einen Buchstaben der im Alphabet noch später kommt. Das könne signalisieren, dass das entsprechende Haus nicht in direkter Nähe zu 2a, b oder c stehe. Letztlich, so Eickelschulte, müsse die Lösung, die am Ende gefunden werde sowohl für Rettungskräfte eindeutig, aber auch vom Änderungsaufwand möglichst niedrig sein.

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