Schermbecker gründet Partei „Vorwärts. Linke Alternative“ und will in den Bundestag

dzPolitik

Nach seiner Zeit bei der SPD und der Linkspartei hat der Schermbecker Stephan Leifeld nun eine eigene Partei gegründet. Mit der „Linken Alternative“ will er in den Bundestag.

Schermbeck

, 23.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach mehr als 30 Jahren in der SPD und einem deutlich kürzeren Intermezzo in der Linkspartei hat der Schermbecker Stephan Leifeld nun eine eigene Partei gegründet. Mit „Vorwärts. Linke Alternative“ will der 51-jährige im nächsten Jahr zur Kommunalwahl antreten und später auch in den Bundestag einziehen.

Politisch verortet sei die neue Partei „links der Mitte“, wie Leifeld sagt. Zum Vorstand gehören er als Parteivorsitzender sowie Doris Mayer und Günter Teuuwen, ein Bauunternehmer aus Straelen, wo die Partei auch ihre Geschäftsstelle hat. Ein Unternehmer im Vorstand einer linken Partei sei „vielleicht etwas unkonventionell“, so Leifeld. „Aber wir wollen auch für den Mittelstand eintreten und deshalb soll der Mittelstand auch im Vorstand repräsentiert sein.“

Kostenloser ÖPNV und regionale Stromerzeugung

Die Linke Alternative will sich unter anderem für einen kostenlosen ÖPNV einsetzen. „Wir vertreten die Auffassung, dass es ursprünglich ein Fehler war, den ÖPNV zu privatisieren und gewinnorientiert zu betreiben“, sagt Leifeld. Kostenlosen ÖPNV fordert aber auch Die Linke. Was ist also das Alleinstellungsmerkmal der neuen Partei? „Wir sind zum Beispiel die einzigen, die für regionale Stromerzeugung und gegen Stromkonzerne sind“, sagt der Parteigründer.

Das Elektroauto sieht die Linke Alternative nicht als den großen Wurf an, eine Diesel-Hybridtechnik sei zukunftsträchtiger. Die Mitgliedschaft in der NATO wolle man auf den Prüfstand zu stellen. „Wir können uns das Modell ‚Vereinte Staaten von Europa‘ als gute Alternative zur EU vorstellen“, sagt Leifeld. Heißt: gemeinsame Währung, gemeinsames Sozialsystem und eine gemeinsame europäische Armee.

Aktuell um die 50 Mitglieder

Die Homepage der neuen Partei soll demnächst unter anderem noch um einen Veranstaltungskalender ergänzt werden. In Schermbeck haben schon einige Treffen und Diskussionsrunden stattgefunden. Aktuell habe die Partei rund 50 Mitglieder, sagt Leifeld und kündigt an, demnächst auch in anderen Regionen Treffen zu organisieren. „Bis Jahresende kommt da bestimmt eine große Gemeinschaft an Leuten zusammen, die sich entweder erstmalig für Politik interessieren oder sich von anderen Partei abgewandt haben.“

Letzteren Weg ist auch Leifeld gegangen. Er war von 1984 bis 2016 Mitglied in der SPD und bewarb sich vor drei Jahren unter anderem um die Nachfolge der Essener Sozialdemokratin Petra Hinz, die wegen eines gefälschen Lebenslaufs unter Druck geraten war und ihr Bundestagsmandat niedergelegt hatte. Seine Kandidatur zog Leifeld aber wieder zurück, trat aus der SPD aus und schloss sich der Linkspartei an. Nach internem Krach im Schermbecker Ortsverband der Linken verließ er die Partei im April dieses Jahres (DZ+).

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