Schermbecker Architekt plante neues Eingangsportal der Schalker Glückauf-Kampfbahn

dzSchalke 04

Früher trainierte Lars Rexforth teilweise bei den Schalke-Profis - jetzt sorgte er für ein Tor. Genauer gesagt: das neue Eingangstor der Glückauf-Kampfbahn.

Schermbeck

, 01.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von 1997 bis 2004 war der Schermbecker Lars Rexforth (48), Bruder des Bürgermeisters, Vertragsamateur bei Schalke 04. „13 Jahre habe ich unter Klaus Täuber gespielt, mein Ziehvater. Durch den bin ich nach Schalke gekommen.“ Mit den Profis spielte Rexforth bei einem Benefizspiel in Polen und ein Hallenturnier, doch ein Patellasehnenriss im Knie bedeutete 2003 das Aus für alle Profiträume: „Da war’s vorbei.“

Trotzdem sagt Rexforth heute: „Es war eine schöne Zeit, die möchte ich nicht missen.“ Auch heute spielt er noch in der Traditionsmannschaft von Schalke, gelegentlich sogar mit Sturmlegende Klaus Fischer. „Der liegt teilweise noch waagerecht in der Luft, wenn er einen Fallrückzieher probiert.“

Studium neben dem Fußball

Architekt Lars Rexforth ist froh, dass er nicht wie manch anderer junger Spieler ausschließlich auf den Fußball gesetzt hat. „Neben dem Spiel habe ich studiert. Pünktlich mit der Sportinvalidität bin ich fertig geworden. Es gibt andere Leute, die haben heute nichts.“

Als der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies 2016 die „Schalker Markt Stiftung“ gründete, wurde auch Rexforth in den Kuratoriumsvorstand berufen. „Clemens hat sich auf die Fahne geschrieben, den alten Stadtteil Schalke-Nord wirtschaftlich wieder nach vorne zu bringen“, umreißt Rexforth den Stiftungszweck.

Lars Rexforth (M.) inmitten der Stiftungsmitglieder Alexander Jobst, Clemens Tönnies, Bodo Menze und Mike Büskens (v.l.).

Lars Rexforth (M.) inmitten der Stiftungsmitglieder Alexander Jobst, Clemens Tönnies, Bodo Menze und Mike Büskens (v.l.). © privat

Die Glückauf-Kampfbahn, das alte, historische Meisterschaftsstadion, das bis zum Bau des Parkstadions 1973 als Spielstätte diente, war das erste Projekt der Stiftung. „Wenn man sich anschaut, was daraus geworden ist, muss man sich eigentlich schämen“, sagt Rexforth über die ehemalige Spielstätte. Im Krieg wurde das Stadion 1944 fast vollständig zerstört, anschließend wieder aufgebaut. Wo einst das Eingangstor stand, wurden 1950 Kassenhäuschen errichtet.

Im „stillen Kämmerchen“ hätten die Stiftungsmitglieder Ideen entwickelt und 2018 den Beschluss gefasst, den historischen Eingang wieder zum Leben zu erwecken, sagt Rexforth. Er wurde mit der Planung beauftragt. „Originalpläne gab es keine, es gibt auch keine Zeitzeugen mehr.“ Mit der Stadt Gelsenkirchen, der Denkmalbehörde und dem Verein entwickelte Rexforth die Planung für den Haupteingang.

Ein Dreivierteljahr dauerte der Bau des neuen Eingangstores der Glückauf-Kampfbahn.

Ein Dreivierteljahr dauerte der Bau des neuen Eingangstores der Glückauf-Kampfbahn. © Lars Rexforth

Ein altes Kassenhäuschen musste abgerissen werden. Die Bauzeit für den neuen Haupteingang betrug ein Dreivierteljahr. 18,6 Meter lang, 2,50 Meter breit und 4,60 Meter hoch ist das Tor, das für die Einweihung am Mittwoch blau beleuchtet wurde, künftig aber auch dauerhaft illuminiert werden soll. 170.000 Euro hat der Bau gekostet, der am Mittwoch mit viel Prominenz eingeweiht wurde.

Stiftung will Kaufkraft in den Stadtteil holen

Ähnlich teuer wie das Tor war die Illuminierung der Schalker Meile, das „Blaue Band“, das sich auf 2,7 Kilometern auf der Kurt-Schumacher-Straße erstreckt - ebenfalls mitfinanziert durch die Stiftung. Diese habe noch einiges vor, sagt Rexforth: en Museum, soziale Einrichtungen, „Kaufkraft in den Bereich holen“.

Über die Stiftung sagt Rexforth: „Es ist eine tolle Initiative. Ich bin stolz, dabei zu sein.“ Auch am Mittwoch habe man gesehen, wie viele Fans trotz des schlechten Wetters erschienen. „Schalke ruft, und alle kommen“, sagt Rexforth, der jedes Heimspiel seiner Mannschaft verfolgt. „Schalke ist eine Marke.“ Im Vergleich zu anderen Mannschaften seien die „Fans mit viel mehr Herzblut dabei“.

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