Darum hält die Verwaltung das Schulgutachten so lange zurück

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Wie soll es mit den Schermbecker Grundschulen weitergehen? Antworten sollte Anfang April eine Machbarkeitsstudie geben. Die wurde aber bis heute nicht vorgestellt. Warum eigentlich?

Schermbeck

, 28.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Erst sollte die Politik am 1. April, dann die Bürgerschaft in einer geplanten Versammlung am 3. April über Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu den Grundschulstandorten informiert werden. Erhalt und Sanierung der beiden Teilstandorte, das Zusammenziehen an einem Standort oder gar ein Schulneubau an neuem Ort stehen zur Debatte.

Da das Planungsbüro die Unterlagen aber erst sehr kurz vor dem Termin der Verwaltung zugesandt hatte, sagte Bürgermeister Mike Rexforth die Termine kurzfristig ab. Die Verwaltung habe zu wenig Zeit gehabt, um das Gutachten sachlich zu prüfen.

„Unverständlich“

„Inzwischen sind acht Wochen ins Land gezogen“, bemängelt Klaus Roth (BfB) in einem offenen Schreiben an den Bürgermeister. „Warum es Ihnen in dieser langen Zeit nicht möglich war, die Ergebnisse der Bürgerschaft und der Politik vorzulegen, ist uns unverständlich. Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Ergebnisse nicht Ihren Vorstellungen entsprochen haben. Ist eventuell eine überarbeitete Fassung in Arbeit? Oder soll bis nach den Kommunalwahlen 2020 die Entscheidung vertagt werden?“

In Schermbecker Gruppen bei Facebook wird bereits von einem Kommentator gemutmaßt: „Das teuer bezahlte Gutachten hat vermutlich bislang nicht überzeugend die gewünschte Empfehlung hervorgebracht.“

Studie soll am 26. April vorgestellt werden

Das hat es tatsächlich nicht - und wird es auch nicht! Die Machbarkeitsstudie werde tatsächlich überarbeitet, sagt Bürgermeister Mike Rexforth auf Nachfrage. Geplant sei, dass die Studie am 26. Juni im Ramirez der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, ein paar Tage vorher der Politik. Fertig sei die Studie dann allerdings immer noch nicht, weil die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung in die Beschlussvorlage für die Politiker eingearbeitet werden sollen.

Hat das Planungsbüro der Verwaltung in der Ursprungsfassung eine Empfehlung gegeben, der die Verwaltung nicht folgen wollte? „Überhaupt nicht!“, sagt Rexforth. Das Büro habe keine Empfehlung gegeben. Und: „Es wird auch keine klare Handlungsempfehlung geben.“ Stattdessen würden mehrere Alternativen aufgezeigt, über die letztlich die Politik entscheide.

Präsentation war zu lang

Dass so lange daran gearbeitet worden sei, habe mehrere Gründe, so Rexforth. Die Präsentation habe anfangs 189 Seiten enthalten - viel zu viel für eine öffentliche Veranstaltung. Darin seien auch Alternativen vorgeschlagen worden, die bestenfalls von theoretischem Wert gewesen sein, etwa zu kleine Sporthallen, die nicht mit Lehrplänen zu vereinbaren seien. Lehrermangel und damit verbundene Vertretungsproblematik, demografische und verkehrliche Faktoren seien zu berücksichtigen.

Manches habe auch in der Machbarkeitsstudie gefehlt, etwa die Kosten für die Digitalisierung, sagt Rexforth. Treffen zwischen Verwaltung, Planungsbüro und Schulleitung hätten in dieser Zeit auch erst einmal terminiert werden müssen. Manche Dinge seien wohl in Vorgesprächen seitens des Planungsbüros „nicht wahrgenommen und mitgenommen“ worden.

Nicht nur unter Kostengesichtspunkten will Rexforth die Entscheidung über die Grundschulstandorte diskutiert wissen, sondern auch danach, was für Auswirkungen diese auf die Gemeinde habe. Angesichts des knappen Baulands in Schermbeck sei zudem zu beantworten gewesen, welche Erlöse bei einem Verkauf der Grundschulstandorte möglich seien, gerade auch in Hinblick auf junge Familien.