Schermbeck erwägt Einstieg in Wohnungsbaugesellschaft

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„Bedarfsgerechtes und bezahlbares Wohnen für alle Schermbecker“ fordert Rainer Gardemann (CDU). Die Gemeinde erwägt deshalb, Anteile einer Wohnungsbaugesellschaft zu erwerben.

Schermbeck

, 27.06.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei früheren Baugebietsplanungen sei die Gemeinde nie Grundstückseigentümerin gewesen - bei neuen Baugebieten sei das anders, so Rainer Gardemann im Rat. Viele andere Städte seien in Wohnungsbaugesellschaften aktiv: „Größere Städte haben die komplett in ihrem Besitz.“ Klar sei, dass „wir in Schermbeck nicht der große Player sind“.

Die CDU wünscht mehr Einflussmöglichkeiten auf die Entwicklung von Baugebieten und Wohnangeboten. Deshalb schaute sie sich in der Umgebung nach Wohnungsbaugesellschaften um, die nicht nur „von einem sehr mächtigen Spieler, der alle Fäden in der Hand hat“, dominiert wird, so Gardemann.

1954 gegründet

Dabei stieß die CDU auf die Grafschaft Moers Siedlungs- & Wohnungsbau GmbH, die ihren Sitz in Kamp-Lintfort hat. Gegründet wurde die Gesellschaft 1954. Sie ist mit 2200 Wohnungen einer der bedeutenden Anbieter am linken Niederrhein. „Der Mietpreis über alle Wohnungen liegt bei unter 5 Euro“, so Gardemann - bei neueren Wohnungen sei das natürlich nicht der Fall.

Hauptanteilseigner in der Wohnungsbaugesellschaft ist der Kreis Wesel. Anteile halten auch Rheinberg und Xanten sowie Duisburg. Letztere Stadt halte aber nur 7,9 Prozent. Per Satzung festgelegt sei, dass die Mehrheit der Anteile immer von Gebietskörperschaften aus dem Kreis Wesel gehalten werden müsse, so Gardemann, sodass keine Gefahr bestehe: „Das kann nicht an irgend einen Großen verkauft werden.“

Ein Nebeneffekt, wenn man in die Wohnungsbaugesellschaft einsteige, sei, dass es eine Verzinsung von 2,3 Prozent gebe. „Wenn eine Dividende in vernünftigem Rahmen dabei rausspringt, wäre keiner böse“, sagte Gardemann. Dies sei aber nicht die Hauptmotivation für die CDU, der es um bezahlbaren Wohnraum gehe.

Baugebiet Spechort könnte erstes Projekt werden

Bürgermeister Mike Rexforth erinnerte an das geplante Baugebiet Spechort an der Erler Straße: Dort bestünde die Möglichkeit, die angedachten Mehrfamilienhäuser „möglicherweise von so einem Projektträger“ bauen zu lassen.

Klaus Roth (BfB) erinnerte daran, dass es um den Beitritt bereits früherer Diskussionen gegeben habe. Ulrike Trick (Grüne) bedauerte, dass man seinerzeit auf das Angebot des Kreises Wesel nicht eingegangen sei. Der Kauf von Anteilen sei übrigens keine Bedingung dafür, dass sich die Wohnungsbaugesellschaft in Schermbeck engagiere.

Bevor der Rat einstimmig bei einer Enthaltung von Thomas Heiske beschloss, Haushaltsmittel für einen Kauf von Anteilen im Jahr 2021 bereitzustellen, fragte Klaus Roth, was der angedachte Kauf von Geschäftsanteilen in Höhe von 2,74 Prozent in Euro und Cent bedeute. Rexforth: „Wir gehen von etwas weniger als 250.000 Euro aus.“

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