Mit einer Förderung von 100.000 Euro wollte die Gemeinde die Paßstraße sanieren. © Berthold Fehmer
Straßensanierung

Sanierung der Paßstraße mit 100.000 Euro Förderung in Gefahr

100.000 Euro Förderung hatte die Bezirksregierung für die Sanierung der Gahlener Paßstraße zugesagt. Doch die Hoffnung der Gemeinde auf diese kostengünstige Lösung hat sich wohl zerschlagen.

Vor rund einem Jahr hatte Bürgermeister Mike Rexforth im Planungsausschuss erstmals berichtet, dass die Gemeinde aus einem Förderprogramm zur Sanierung von Straßen des Landes Fördermittel bekommen könne. Bei der Bezirksregierung Düsseldorf hatte die Gemeinde insgesamt 13 Projekte eingereicht.

Für die Deckensanierung der Paßstraße zwischen dem Wiesengrund und dem Gehweg zum Schmetzberg (rund 240 Meter) gab es von der Bezirksregierung im April 2021 einen Zuwendungsbescheid. 100.600 Euro Zuwendungen bei einem Eigenanteil von 17.700 Euro – so lautete der Plan, aus dem nun vermutlich nichts wird.

Denn die Gemeinde hatte nach der Bewilligung Ausschreibungsunterlagen, Planunterlagen sowie ein Bodengutachten beauftragt. Die Untersuchungen ergaben aber, dass die geplante Deckensanierung wohl nicht gefördert werden kann. Geplant war, drei bis vier Zentimeter von der Straßendecke abzufräsen und eine neue Verschleißschicht einzubauen.

Aufbau der Straße entspricht nicht den Richtlinien

Im Gutachten wurde allerdings festgestellt: „Der vorgefundene bituminöse Gesamtaufbau der Paßstraße entspricht mit einer 6 bis 8 Zentimeter dicken Tragschicht mit Bitukies nicht einem richtlinienkonformen Oberbau“, so Ramon Huld von der Verwaltung.“ Gefördert werden sollten aber im Programm nur Deckensanierungen, keine flächendeckende Oberbau-Sanierung der Straße.

Auf Nachfrage der Gemeinde teilte der Fördergeber am 4. August mit, dass punktuelle Sanierungen von tieferen Schichten des Oberbaus förderunschädlich seien. Wenn aber flächendeckend der Oberbau der Straße saniert werde, sei dies eine „grundhafte Erneuerung“. Und gezahlte Fördermittel könnten am Ende zurückgefordert werden.

Keine verbindliche Regelung

„Eine verbindliche Regelung darüber, wie groß der Anteil dieser punktuellen Eingriffe sein darf, existiert nicht“, so Huld. Auf Erfahrungswerten basierend sei darauf hingewiesen worden, dass die punktuellen Eingriffe etwa 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen könnten.

Auf der Paßstraße dürfte das nicht ausreichen. Huld: „Es ist davon auszugehen, dass der gesamte Unterbau beim Fräsen Schaden nimmt und komplett ausgebaut werden muss.“

Ganz aufgegeben hat die Gemeinde die Hoffnung noch nicht. Derzeit laufe eine Anfrage beim Fördergeber, ob eine förderkonforme Umsetzung dennoch möglich sei. „Oder ob alternativ eine der übrigen zwölf Maßnahmen mit der bewilligten Zuwendung umgesetzt werden könnte“, so Huld. An eine Umsetzung noch in diesem Jahr glaubt die Verwaltung aber nicht mehr.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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