Polizei will Bildung einer Drogenszene verhindern

dzEltern besorgt

Drogen, Waffen, verschreibungspflichtige Medikamente: Was die Polizei im Juni bei der Kontrolle 17 junger Menschen fand, reichte für elf Strafanzeigen. Nun wird klar: Es war kein Einzelfall.

Schermbeck

, 28.08.2018, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den Mitarbeitern der evangelischen Jugendeinrichtung YOU häuften sich laut Jugendleiter Patrick Bönki zuletzt die Anfragen besorgter Eltern zum Drogenkonsum von Jugendlichen. Bönki: „Was mich sorgt, ist, dass einige mir bekannte Konsumenten sehr jung sind.“ Womit er Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren meint.

In Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle des Kreises Wesel laden die YOU-Mitarbeiter für Montag (3. September) um 19.30 Uhr ins Gemeindehaus, Kempkesstege 2, zu einem Eltern-Informationsabend ein (Anmeldung unter Tel. (02853) 5110 oder per Mail unter jugend@kirche-schermbeck.de). „Worüber sprechen wir und wie geht man damit um?“, sind laut Bönki die Fragen, die Eltern mit den Fachleuten diskutieren können.

„Wir kontrollieren regelmäßig unregelmäßig“

Wir fragten bei der Kreispolizei nach: Hat Schermbeck eine Drogen-Szene? Mit der Beantwortung tut sich Sprecher Daniel Freitag schwer: „Wir kontrollieren regelmäßig unregelmäßig, um eine Szenebildung zu verhindern.“ Bei einigen Kontrollen habe man nichts gefunden - am 18. Juli dann aber doch. Am Strickerspielplatz an der Schienebergstege schrieben die Beamten bei der Kontrolle einer Gruppe Jugendlicher sechs Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes.

Freitag betont, dass dies aber „Moment-Aufnahmen“ seien. Vergleiche man Schermbeck mit anderen Städten des Kreises und rechne die Fallzahlen auf die Einwohnerzahl um, könne man „keine beunruhigende Entwicklung“ feststellen. Allerdings habe eine Meldung, wie sie im Juni bei der Kontrolle der 17 Jugendlichen durch die Medien ging, eine andere Wirkung auf eine Kleinstadt, als es etwa in Moers der Fall sei. „Schermbeck ist kein Brennpunkt“, betont Freitag. Gerade mal 23 Rauschgiftdelikte zählte die Polizeistatistik für das ganze Jahr 2017 in Schermbeck.

„Das geht in den Bereich des Dealens.“

Bei der Kontrolle der 17 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 23 Jahren am 13. Juni habe man neben Messern und Schlagwerkzeugen auch Extasy und MDMA gefunden. Letztere zählen zur Gruppe der Amphetamine und gelten als Partydrogen. Von der Art der Aufbewahrung und den Mengen her könne man darauf schließen, dass die Drogen nicht nur für den Eigenbedarf genutzt wurden. „Das geht in den Bereich des Dealens“, sagt Freitag. Bei der Kontrolle im Juli sei das nicht so gewesen.

Mitbekommen hat man bei der Polizei auch „wilde Gerüchte“ aus Schermbeck, in denen sogar Drogentote beschrieben werden. „Solchen Sachen gehen wir nach, aber das hat sich nicht bestätigt“, sagt Freitag, der natürlich auch um die Diskussion in Schermbeck um die Besetzung der Polizeidienststelle weiß, in der nur noch ein Bezirksbeamter tätig ist. „Wir sind auf alle Fälle aktiv, um negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Wir verfolgen das konsequent.“

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