Ärger über Sportvereine: Anträge auf Zuschüsse wieder verspätet eingereicht

dzSportvereine in Schermbeck

Wieder erst kurz vor Toresschluss reichten die Sportvereine in Schermbeck ihre Anträge auf Zuschüsse ein. Und die haben es in sich. Hubert Große-Ruiken sprach von einer „Unverfrorenheit“.

Schermbeck

, 05.12.2019, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist fast schon ein Ritual in den Schermbecker Haushaltsberatungen: Kurz vor Jahresende stellen die Sportvereine auf den letzten Drücker Anträge auf Zuschüsse. Die wurden zuletzt oft sogar erst im Rat diskutiert, anstatt wie üblich den Weg über die Verwaltung und die zuständigen Ausschüsse zu nehmen. Damit soll jetzt Schluss sein.

„Ich habe mich schon letztes Jahr geärgert, dass der SV Schermbeck kurz vor Schluss mit dem Kunstrasen um die Ecke gekommen ist“, sagte Große-Ruiken (CDU) am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss. „So fühle ich mich unter Druck gesetzt.“ Zumindest bis zu diesem Haupt- und Finanzausschuss im Dezember haben es die Sportvereine in diesem Jahr geschafft, ihre Anträge fertig bekommen. Und die haben es in sich.

Neue Tartanbahn

Als Tartanbahn will der SV Schermbeck die 60 Jahre alte Aschelaufbahn am Sportplatz „Im Trog“ ausbauen. Erwartete Kosten: 240.000 Euro. Bis zu 190.000 Euro möchte der SV Schermbeck dafür von der Gemeinde. „Es ist eine Unverfrorenheit, mit solchen Sachen im November um die Ecke zu kommen“, sagte Große-Ruiken.

Der TuS Gahlen beantragte 30.000 Euro für die Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED, da die bislang verwendeten Leuchtmittel nicht mehr hergestellt würden. Dasselbe plant der SV Schermbeck (Gesamtsumme: etwa 37.000 Euro). Zudem benötige der SV Schermbeck aufgrund höherer Kosten einen höheren Betriebskostenzuschuss: 12.000 Euro mehr, zusätzlich zu den jährlich von der Gemeinde gezahlten 81.432 Euro.

Bedingungen für Zuschüsse gestellt

Der Ausschuss stellte nach längerer Diskussion die gewünschten Summen in den Haushalt ein, stellte aber Bedingungen. So sollen bei der Laufbahn auch andere Alternativen als eine Tartanbahn aufgezeigt werden und der SV Schermbeck einen Einblick in seine Betriebskosten geben.

Bürgermeister Mike Rexforth sah sich genötigt, „eine Lanze für unsere Vereine zu brechen“. Sachlich sei die Kritik der Ausschussmitglieder nachvollziehbar. Dem Vorschlag Hubert Große-Ruikens, dass Zuschussanträge künftig bis Mitte des Jahres eingereicht werden müssten, könne er sich anschließen.

Vereine waren „doppelt gefordert“

Man müsse aber auch sehen, dass die Vereine mit ihren Ehrenamtlern in diesem Jahr doppelt gefordert gewesen seien. Denn auch für das Sportstättenförderprogramm des Landes waren Anträge einzureichen, so Rexforth. 300.000 Euro stehen auf vier Jahre für Schermbeck in diesem Programm für Schermbeck bereit. Knapp 600.000 Euro hätten die Vereine beim Gemeindesportverband beantragt, so Rexforth. Darunter sei auch der Antrag für die Tartanbahn gewesen.

Die Laufbahn herzurichten, sei Aufgabe des Schulträgers (Gemeinde), sagte Rainer Gardemann (CDU), da vor allem Schüler die Bahn nutzten. Rexforth prognostizierte, dass, wenn die Laufbahn aus Gemeindemitteln saniert würde, es sein könne, dass alle anderen Anträge für das Sportstättenförderprogramm bewilligt werden könnten.

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