So stellen sich die Planer die Entwicklung im Schermbecker Ortskern in den kommenden Jahren vor. © Junker+Kruse, wbp
Ortsentwicklung

Planer empfehlen Stadtpark, Stadtgarten und ein neues Baugebiet

Ein Stadtpark und ein Stadtgarten: Das sind nicht die einzigen Planer-Vorschläge für die Entwicklung des Schermbecker Ortskerns. Auch für ein neues Baugebiet ist bereits ein Ort gefunden.

Auch wenn der Fokus im Planungsausschuss auf der künftigen Verkehrsführung der überlasteten Mittelstraße lag, gaben die Planer kurz einen Eindruck, welche künftige Entwicklung Schermbeck aus ihrer Sicht abseits der Haupteinkaufsstraße nehmen sollte.

Luisa Walterbusch vom Büro „wbp Landschaftsarchitekten“ hatte sich die Grünbereiche im Ortskern angeschaut – insbesondere die Mühlenteiche und die Wall- und die ehemalige Wallgrabenzone. „Wir haben uns da einen Rundweg vorgestellt“, so Walterbusch.

„Wir wollen niemanden enteignen“

Ein kleiner Garten in der Wallgrabenzone befinde sich bereits im Gemeindebesitz. Dort stellt sich Walterbusch einen Gemeinschaftsgarten vor. Dieser könne mittelfristig um mehr Gärten ergänzt werden, wobei Walterbusch klarstelle: „Wir wollen niemanden enteignen!“

An den Mühlenteichen sieht Walterbusch langfristig eine Chance für einen Stadtpark. Nördlich der Teiche, so ihr Vorschlag, solle die Gemeinde versuchen, Flächen zu erwerben, um dort Ausgleichsflächen zu schaffen. Wo der Mühlenbach derzeit noch schnurgerade die Landschaft durchschneidet, stellt sich Walterbusch einen geschwungenen Verlauf vor. Mit einer Auenlandschaft und Retentionsflächen.

Wasserversorgung müsste geprüft werden

Jürgen Trick (Grüne) fragte nach, was dann passieren würde, „wenn der Fischbetrieb oberhalb irgendwann kein Wasser mehr liefert“. Wenn das Privatunternehmen nicht mehr pumpe, falle der Bach trocken. „Wie viel Wasser zur Verfügung steht, weiß ich nicht genau“, sagte Walterbusch. Wenn Retentionsflächen geschaffen würden, könnten die bei Regen volllaufen. Es gebe „schöne Gehölze“ nördlich der Teiche, die man mit Ausgleichsmaßnahmen erweitern könne.

Trick fragte auch, welche Erhaltungskosten mit solch einer Umgestaltung verbunden sein könnten. „Ausgleichsmaßnahmen müssen Sie sowieso machen“, sagte Walterbusch – so könne man den grünen Ring ein bisschen nach Norden in die Landschaft verlängern. „Die Folgekosten müssten geklärt werden.“

Wohn-Quartier zwischen Rathaus und Grundschule

Ausgleichsmaßnahmen würden sicherlich notwendig, wenn die Pläne realisiert werden, die Planer Andreas Mayer vorstellte. Demnach soll zwischen Rathaus und der zu erweiternden Grundschule ein Wohn-Quartier an der Weseler Straße geschaffen werden. „Wir könnten uns auch gemischte Strukturen mit Dienstleistung und Ärzten vorstellen“, so Mayer. Auch auf der Fläche zwischen Hallenbad und Weseler Straße könnte sich Mayer eine Bebauung vorstellen.

Ob man dort Modellprojekte wie Mehrgenerationenwohnen, ein genossenschaftliches Wohnen oder Seniorenwohnen im Quartier umsetze – das muss alles noch diskutiert werden: „Das ist ein Bereich, der sehr langfristig zu entwickeln ist“, so Mayer.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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