Oktoberfest mit 500 Gästen - aber festen Corona-Spielregeln

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Ein Oktoberfest in Corona-Zeiten - wie soll das gehen? Schützen, Ordnungsamt, Gemeinde und Gastronomen haben sich ein Konzept überlegt, das für ein Gemeinschaftsgefühl sorgen soll.

Schermbeck

, 30.09.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klar ist: Ein Oktoberfest wie in den elf Jahren zuvor, im Festzelt, mit Blasmusik und Schunkeln mit wildfremden Menschen, kann es in Zeiten einer Coronavirus-Pandemie nicht geben. „Nur in Angst dasitzen“, so Wolfgang Lensing vom Vorstand der Kilian-Schützengilde, wollte der Verein allerdings auch nicht. „Wäre ja auch schade, wenn die Lederhose im Schrank immer enger wird“, sagt Lensing und lächelt.

Dass es in diesem Jahr weitaus schwieriger ist, ein solches Fest zu veranstalten, konnte Lensing allein dadurch belegen, dass am Mittwochmorgen erst um 9.24 Uhr nach einem Gespräch mit dem Ordnungsamt feststand, dass man beim Pressetermin um 11 Uhr das Fest ankündigen konnte.

„Oktoberfest findet statt, aber halt mal anders“

„Das Oktoberfest findet statt, aber halt mal anders“, benennt Lensing das Motto. Fünf Gaststätten, das „Ramirez“, die „Gaststätte am Rathaus“, die „Schermbecker Mitte“, „Nappenfeld´s“ sowie die „Selecao Soccerhalle“ laden für den 30. Oktober (Freitag) ab 19 Uhr zum Oktoberfest ein - unterstützt von der Schützengilde.

Mit dem dezentralen Konzept habe man bereits bei der Alternative zum Kilian-Schützenfest im Sommer gute Erfahrungen gesammelt, sagt Lensing. Aber wo bleibt bei fünf Orten das Gemeinschaftserlebnis? Das soll mit moderner Technik ermöglicht werden. Ein DJ vom „XTreme Diskoteam“ wird im Ramirez auflegen und die vier Orte werden per Internet zugeschaltet. „Das interaktive Videokonferenz-Oktoberfest“, wie die Schützen es nennen, wird nicht nur ermöglichen, dass alle die gleiche Musik hören und den Fassanstich mit Königspaar und Bürgermeister um 20 Uhr miterleben, sondern dass man sich über die Entfernung hinweg zuprosten kann.

Kein „Hopping“ zwischen den Veranstaltungsorten

Karten gibt es nur im Vorverkauf zum Preis von 9,90 Euro ab 12. Oktober (Montag) ab 8.30 Uhr in der Volksbank Schermbeck. Knapp 500 Besucher sind insgesamt (!) zugelassen, damit die Abstände bei fester Sitzordnung gewahrt bleiben können. Lensing geht aufgrund dieser niedrigen Zahl davon aus, dass die Karten schnell vergriffen sein dürften. Entscheiden muss man sich aber beim Kauf, in welcher Gaststätte man das Oktoberfest erleben will. Ein „Hopping“ zwischen den Veranstaltungsorten sei nicht erlaubt, so Lensing. „Man kommt nur mit der Eintrittskarte in die jeweilige Gaststätte.“ Die Einlasskontrolle werden die Schützen übernehmen.

Die Gaststätten werden sich für den Anlass bayerisch herausputzen. Benediktiner-Bier will Dirk Zerressen vom Ramirez ausschenken, dazu gibt es Spezialitäten von Brezeln bis Leberkäs-Burger. Ganz „so kuschelig“ wie gewohnt könne es aber aufgrund der Abstandsregeln nicht werden, sagt Zerressen auch, der 150 Gäste zulassen darf.

Weißwurst und „Nagelstamm“

Weißwurst, Sauerkraut, Brezeln und bayerisches Bier will Goran Jokic von der „Schermbecker Mitte“ anbieten. „Nur halbe Maß“ soll es bei ihm geben, da bei Literkrügen doch immer viel weggeschüttet werde. Melanie Preuß von der „Gaststätte am Rathaus“ wird Leberkäse, Brezeln, halbe Hähnchen, Weißwurst und Weizenbier vom Fass anbieten. Draußen wolle sie einen „Nagelstamm“ aufstellen - dort wird auch das neue drei mal sechs Meter große Zelt stehen, das sie sich für die Herbst- und Wintermonate bestellt hat und das beheizt sein wird.

Und was, wenn die Corona-Pandemie und damit verbundene Einschränkungen des Lebens das Veranstaltungskonzept bis Ende Oktober zunichte machen? „Ich bin zuversichtlich, dass das klappt“, sagt Lensing, aber im schlimmsten Fall werde man die Veranstaltung „rückabwickeln“. Man wolle es aber ausprobieren und appelliere an die Gäste, sich vernünftig zu verhalten. „Wir wollen, dass die Schermbecker wieder zusammen feiern können und nicht den Kopf in den Sand stecken.“

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