Ölschlamm ist laut Untersuchung ungefährlich

Sondermülldeponie

Wegen der Sondermülldeponie Hünxe-Schermbeck und des ölhaltigen Bohrschlamms, der dort gelagert wird (wir berichteten), sind viele Bürger besorgt. Die Deponiebetreiber behaupten, der Bohrschlamm sei ungefährlich. Einige Fragen blieben jedoch offen. Das Umweltministerium des Landes hat sie jetzt beantwortet.

SCHERMBECK

, 28.11.2016, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ölschlamm ist laut Untersuchung ungefährlich

Die Sondermülldeponie in Schermbeck aus der Vogelperpektive im mai 2016.

Laut einem Bericht des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen, der unserer Redaktion vorliegt, erfolgte am 20. April dieses Jahres eine unangemeldete Probenentnahme aus den an die Deponie Hünxe-Schermbeck gelieferten Bohrschlämme. Die Werte der anschließend durchgeführten, chemischen und radiologischen Analysen seien „unauffällig“, die Ablagerung sei gesetzeskonform erfolgt, so das Ministerium.

Verunreinigung des Grundwassers dauerhaft verhindert

Klaus Wasmuth von der Schermbecker FDP stellte im Gespräch mit unserer Redaktion aber weitere Fragen wie: Was ist mit dem Grundwasser? Und wie stellt sich die Situation in 20 Jahren dar? Tanja Albrecht, Pressereferentin des Umweltministeriums NRW, teilt dazu mit: „Die Deponie Hünxe-Schermbeck hat ein aufwendiges Basisabdichtungssystem, durch das dauerhaft verhindert wird, dass belastetes Sickerwasser in das Grundwasser gelangen kann. Das auf der Basisabdichtung anfallende Sickerwasser wird gefasst und gereinigt.“

Jetzt lesen

Auch eventtuell auftretende Gase würden „gefasst und verwertet, so Albrecht. In Niedersachsen lagern allerdings noch weitere tausende Tonnen Bohrschlamm aus sieben zu sanierenden Gruben. Und Hünxe-Schermbeck ist die nächstgelegene Deponie, die Deponieklasse-III-Material (DK III) lagern kann. Müsste diese also erweitert werden, wenn die Schlämme geliefert werden?

In NRW noch ausreichend Kapazitäten

Die Antwort von Tanja Albrecht dazu lautet: Nein. Zwar sei nicht auszuschließen, dass auch in Zukunft in NRW gelegene DK-III-Deponien für die Entsorgung nicht anderweitig entsorgbarer Bohrschlämme in Anspruch genommen werden könnten. Jedoch: „Eine Erweiterung der Deponie Hünxe-Schermbeck ist hierzu nicht erforderlich“, so Albrecht. Es gebe in NRW noch ausreichend Kapazitäten. Auf die Frage nach der Gefahr durch einen Brand antwortete Albrecht, der Ausbruch eines solchen sei auf einer Deponie mit mineralischen Abfällen eher unwahrscheinlich. „Falls es doch dazu kommt, gibt es Regelungen für den Deponiebetrieb, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.“

Schlagworte: