Im Mühlenberg wurden illegal Ölpellets deponiert, was die Untersuchungen ins Laufen brachte. © Kerth+Lampe
Ölpellets

Ölpellets: Mit dem alten Personal geht es in die neue Runde

Mit dem neuen Ölpellets-Gutachten befasste sich der Umweltausschuss des Kreises. Am Ende hakte Stefan Steinkühler vom Gahlener Bürgerforum nach, wer künftig den Mühlenberg überwacht.

Mit dem neuen Gutachten, das Diplom-Geologe Dr. Michael Kerth im Auftrag des Umweltministeriums erstellte, befasste sich am Dienstag der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises Wesel. Helmut Czichy stellte als Leiter des Vorstandsbereiches 5 die wesentlichen Aussagen des 381-Seiten-Gutachtens vor.

Zusammenfassend wiederholte Czichy die Auffassung des Kreises Wesel, dass das jetzige Kerth-Gutachten die Kernaussage des AHU-Gutachtens bestätige. Dieses hatte festgestellt, dass von der Verfüllung Mühlenberg keine Gefahr ausgeht, soweit das Sickerwasser sicher gefasst und ein Austritt in das Grundwasser oder die Randgräben und damit in das Oberflächenwasser verhindert wird.

Höhe des Mühlenbergs nicht nachvollziehbar

Die beschönigende Interpretation des neuen Gutachtens seitens des Kreises Wesel hatte das Gahlener BürgerForum (GBF) ebenso zurückgewiesen wie die Grünen-Fraktion, deren stellvertretende Vorsitzende Ulrike Trick im Ausschuss eine Unterbindung des Sickerwasserübertritts in das Grundwasser einforderte. Trick verwies auch auf die nicht nachvollziehbare Höhe des Mühlenberges, zumal in der urspünglichen Planung lediglich eine uhrglasförmige Abdichtung vorgesehen worden sei.

„Die Gefahrenermittlung lebt wieder auf und wird fortgesetzt“, formulierte Czichy in seiner Zusammenfassung. Es habe bereits erste Gespräche mit der Firma Nottenkämper gegeben, die „eine kooperative Zusammenarbeit und die Übernahme der Kosten“ für die sich aus dem Gutachten ergebenden Maßnahmen signalisiert habe. „Erste Maßnahmen wurden bereits von der Betreiberin veranlasst“, so Czichy. Er verwies auf die Auswertung von Vermessungen, auf die Herstellung eines 3D-Modells und auf die Kontaktaufnahme zu Gutachtern.

Bohrungen sind freiwillig

In der Fragestunde für Einwohner stellte Stefan Steinkühler, Sprecher des Gahlener Bürgerforums, Fragen, die Helmut Czichy beantwortete. Die Umweltministerin hatte das GBF beim Wunsch nach weiteren Bohrungen unterstützt. Auf Steinkühlers Frage nach der Bewertung des Kreises Wesel verwies Czichy darauf, dass dies eine freiwillige Sache der Betreiberin sei.

„Transparenz war bei Ihnen bisher ein Fremdwort“, leitete Steinkühler seine zweite Frage ein: Wie könne das Vertrauen der Bevölkerung in die Kreisverwaltung im Ölpellets-Skandal wieder zurückgewonnen werden? Czichy versprach, Ausschuss und die Öffentlichkeit regelmäßig zu informieren.

„Werden weiterhin dieselben Mitarbeiter die weiteren Untersuchungen und Sanierungsarbeiten überwachen, die auch schon vorher dafür verantwortlich waren?“, so lautete Steinkühlers dritte Frage. Es bleibe, so Czichy, abgesehen von normalen Änderungen des Mitarbeiterbestandes, bei den jetzigen Zuständigkeiten.

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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