Ölpellets hätten auffallen können

LANUV-Experte sicher

Die in der Tongrube der Firma Nottenkämper abgelagerten Ölpellets kann man riechen. Das sagte Dr. Ulrich Malorny im Prozess gegen einen Gahlener Bürger am Landgericht Bochum. Wir befragten den Experten des LANUV.

Schermbeck

von Von Helmut Scheffler

, 23.01.2018 / Lesedauer: 3 min

Dem Gahlener, Mitgesellschafter der Firma Ruhrcarbon, die in der Lieferkette zwischen Ruhr Oel GmbH (Teil der BP), RZB und der Deponie Nottenkämper versteckte Ölpellets geliefert hat, wird vorgeworfen, Abfall mit einer falschen Abfallschlüsselnummer an RZB geliefert zu haben, von wo er zu Nottenkämper gelangte.

Im Verfahren wurde Dr. Ulrich Malorny, Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV), als Zeuge vernommen. Er stellte, obwohl die Ölpellets in verkapselter Form auf der Deponie Nottenkämper angeliefert wurden, sinngemäß die Behauptung auf, die Firma Nottenkämper hätte das Schweröl in den Ölpellets riechen können.

Stellungnahme

Weil die Firma Nottenkämper bislang die Auffassung vertrat, man habe auch bei mehr als 1000 Lkw-Ladungen keinen Ölgeruch wahrgenommen, baten wir den LANUV-Mitarbeiter um Erläuterung und erhielten folgende schriftliche Stellungnahme: „Bei den Ölpellets handelt es sich um eine rußhaltige, schwarze schmierige Masse, welche einen stark mineralölhaltigen Geruch hat. Die Ölpellets (kleine Kügelchen) lassen sich mit anderen Stoffen nicht vermischen. Das schmierige Gemisch lagert sich nur um die Kügelchen herum ab. Beim Zerreiben kommt deutlich der schmierige mineralölhaltige Charakter zum Vorschein. Nach meiner fachlichen Meinung hätte das Material bei einer organoleptischen Ansprache (Ansprache über die Sinnesorgane z. B. nach Aussehen – Farbe, Konsistenz, makroskopische Inhaltsstoffe – und Geruch) auffallen müssen.“

Auf Nachfrage, warum Malorny so sicher sei, dass man Ölpellets riechen kann, wurde mitgeteilt: „Die Ölpellets wurden vom LANUV beprobt und untersucht. Uns sind die Eigenschaften des Materials bekannt. Der Geruch ist für mineralölhaltige Produkte typisch.“ Bleibt die Frage, warum Firmen-Mitarbeiter den Geruch der Pellets nicht wahrgenommen haben. Das LANUV: „Hierzu kann aus hiesiger Sicht nicht Stellung genommen werden. Das LANUV war nicht bei der Annahme der Abfälle auf der Deponie dabei. Zu berücksichtigen ist, dass bei der Ansprache des Materials über die Sinnesorgane, diese nicht bei jedem Menschen gleich ausgebildet sind.“

Lesen Sie jetzt