Nikolai Mohr koordiniert die Stunts für neue Netflix-Serie „Wir sind die Welle“

dzNetflix

„Wir sind die Welle“: So heißt eine neue Netflix-Serie über radikale Schüler. Die Action-Szenen hat Nikolai Mohr koordiniert. Eine Szene war besonders spektakulär.

Schermbeck

, 05.11.2019, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit „Wir sind die Welle“ veröffentlichte der Streamingdienst Netflix am Freitag (1. November) seine dritte deutsche Serie. Der Schermbecker Nikolai Mohr war bei den Dreharbeiten für die Planung und Durchführung der aufwendigen Stunts verantwortlich.

Nikolai Mohr koordiniert die Stunts für neue Netflix-Serie „Wir sind die Welle“

Die Stuntmen Nikolai (r.) und Hendrik Mohr haben bei der Netflix-Serie „Wir sind die Welle“ mitgewirkt. © Julian Schäpertöns

„Wir haben eine einzigartige und extreme Szene für diese Serie koordiniert“, erzählt der 32-jährige Nikolai Mohr. Mit seinem Bruder Hendrik ist der Schermbecker seit seiner Kindheit als Stuntman in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Mit seiner eigenen Firma Youstunt Concepts hat er sich seit einigen Jahren darauf spezialisiert, Konzepte für Stuntszenen zu entwickeln und diese zusammen mit Filmteams zu koordinieren.

„Das hat mich sehr gefordert“

Was er nun für die neue Netflix-Serie „Wir sind die Welle“ gemacht hat, war für den Stuntkoordinator das größte und aufwendigste Projekt seiner bisherigen Karriere. „Netflix hat einen sehr hohen Anspruch an seine eigenen Produktionen“, erzählt Nikolai Mohr. „Das hat mich sehr gefordert, aber auch unglaublich viel Spaß gemacht, weil es so vielfältig war.“

Die Serie „Wir sind die Welle“ basiert lose auf dem Roman „Die Welle“ von Morton Rhue aus dem Jahr 1981. Die sechs Folgen handeln von Schülern, die sich durch gesellschaftskritische Aktionen immer mehr radikalisieren. Was zunächst als idealistischer und spielerischer Aufstand gegen das Establishment beginnt, bekommt schon bald eine bedrohliche Eigendynamik.

„Das Thema ist heute aktueller denn je und regt zum Nachdenken an“, so Nikolai Mohr. Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu kam auf Nikolai Mohr zu und fragte, ob er die Koordination der Stunts in der Serie übernehmen würde. Nach der Lektüre des Drehbuchs folgten für ihn zahlreiche Besprechungen mit allen beteiligten Abteilungen.

Zusammen mit der Regie oder den Kameraleuten wurde überlegt, wie die Actionszenen umgesetzt werden könnten. Gedreht wurde dann von Februar bis Mai 2019 in NRW-Städten.

Gefährliche Autobahn-Szene

Besonders bei einer Szene war präzise Vorbereitung gefragt. „In einer Folge kommt es zu einer Verfolgungsjagd, bei der die Schüler eine vielbefahrende Autobahn überqueren sollten“, berichtet Nikolai Mohr. Normalerweise werden solche Szenen von professionellen Stuntdoubles übernommen. Der Anspruch der Produktion war es aber, dass so wenig gedoubelt wird wie möglich. Und so mussten die echten Schauspieler auf diese Szene vorbereitet werden.

Mehrere Monate Planung hat Nikolai Mohr allein in diese Szene gesteckt. Jeder Schritt musste akribisch ausgearbeitet werden, damit niemanden was passiert. Schließlich sollte es auf dem Bildschirm gefährlich aussehen – das Risiko für die Schauspieler sollte aber so gering wie nur möglich sein. Zwei Nächte wurde gedreht – für nur wenige Augenblicke in der Serie.

Massenschlägerei

Aber auch andere Szenen, wie eine Massenschlägerei, mussten vorher durchchoreografiert werden. Selbst ist Nikolai Mohr in der Serie nur in einer kurzen Szene zu sehen. Da wird er angezündet. Viel mehr war er hinter der Kamera tätig.

Sein Bruder Hendrik hat eine kleine Rolle als Schüler ergattert. Die Brüder sind nun gespannt, wie die Serie von dem deutschen und internationalen Publikum angenommen wird – und hoffen auf eine zweite Staffel. „In dem Projekt steckt jede Menge Herzblut drin. Es war anstrengend, wir hatten lange Drehtage und viele aufwendige Szenen. Aber es hat sich gelohnt“, freut sich Nikolai Mohr.

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