Neuer Dienstwagen der Gemeinde soll elektrisch betrieben werden

Elektromobilität

Die alten Dienstwagen der Gemeinde sollen ersetzt werden - der neue Klimaschutzmanager der Gemeinde schlägt dafür E-Autos vor. Darüber wurde im Ausschuss lange diskutiert.

Schermbeck

, 06.12.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Ladesäule vor dem Schermbecker Rathaus gibt es bereits. Für den Klimaschutzmanager Thomas Heer wäre es deshalb nur konsequent, wenn auch Dienstwagen der Gemeinde elektrisch betrieben würden.

Eine Ladesäule vor dem Schermbecker Rathaus gibt es bereits. Für den Klimaschutzmanager Thomas Heer wäre es deshalb nur konsequent, wenn auch Dienstwagen der Gemeinde elektrisch betrieben würden. © Berthold Fehmer

„Ich weiß nicht, ob Sie die Antwort wirklich hören wollen“, sagte Kämmerer Frank Hindricksen am Ende der Beratung, als er von Jörg Juppien (SPD) nach seiner Meinung gefragt wurde: Es sei am günstigsten, bei den gegenwärtigen Fahrzeugen zu bleiben und bei einem Ersatz auf konventionelle Antriebstechnik zu setzen.

Diese Option wurde allerdings von den Politikern zu dem Zeitpunkt nicht mehr in Betracht gezogen - diese Grundsatzdebatte, die Thomas Heer erwartet hatte, fiel also aus, obwohl Jörg Juppien auch grundsätzliche Vorbehalte (Rohstoffe für Akku-Herstellung und Entsorgungs-Problematik) äußerte. Stattdessen ging es um unterschiedliche Modelle der Finanzierung. Vier hatte Thomas Heer vorgeschlagen: E-Carsharing in zwei Varianten, Kauf und Leasing.

„Grünes Feigenblatt“

Die Sharing-Varianten, entweder mit Innogy und Schermbecker Energiegenossenschaft oder nur mit Innogy, hätten den Vorteil, dass auch Bürger außerhalb der Geschäftszeiten der Verwaltung, das Auto nach Anmeldung mit einer Karte nutzen könnten. Was für Ulrike Trick (Grüne) gar nicht geht: Dass Fahrzeuge, mit denen Gemeindemitarbeiter unterwegs seien, mit Werbung für Innogy beklebt würde. Faktisch wird das wohl nicht passieren, da nach der Zusammenlegung mit Eon die Marke Innogy verschwinden soll. Als „grünes Feigenblatt“ bezeichnete Trick „Innogy“.

Das Car-Sharing sei ein Impuls für die Bürger, „Mobilität anders zu denken“, so Heer: Dass nicht jeder ein Auto brauche, um eines zu fahren. Zudem glaube er, „dass 80 bis 90 Prozent der Leute noch nie E-Auto gefahren sind“.

„Nicht scharf gerechnet“

Hubert Große-Ruiken (CDU) hatte dafür eine Erklärung: „E-Autos sind in der Anschaffung zu teuer, deshalb werden sie nicht gekauft. Sie rechnen sich nur mit Förderung.“ Ihn störe an der Diskussion, dass betriebswirtschaftliche Aspekte mit übergeordneten vermischt würden. Die von Heer gerechneten Modelle seien „nicht scharf gerechnet“ und etwa aufgrund unterschiedlicher Laufzeiten nicht vergleichbar.

Einigen konnte man sich am Ende darauf, dass alle E-Fahrzeug-Varianten noch einmal gerechnet werden sollten und dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden sollen.

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