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Neue Ortsgruppe in Schermbeck will „Aufstehen gegen Rassismus“

dzKundgebung geplant

„Aufstehen gegen Rassismus“: So lautet der programmatische Titel einer neuen Ortsgruppe, die sich in Schermbeck gegründet hat. Mit einer symbolträchtigen Aktion sucht sie nach Mitstreitern.

Schermbeck

, 12.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Samstag (16. März) plant die Gruppe von 10.30 bis 14 Uhr eine Kundgebung an der Mittelstraße 54, wo sie auch einen Infotisch aufstellen wird. Geplant ist zudem die „demonstrative Reinigung“ der sechs Stolpersteine in der Georgstraße, die der Künstler Gunter Demnig 2010 dort verlegt hat und die Namen von deportierten Juden zeigen.

Elke Langenbrink ist eins von derzeit vier Mitgliedern der Ortsgruppe. Auslöser, so erzählt sie, sei die Gründung des AfD-Ortsverbands gewesen, der sich Mitte September zum ersten Mal mit einem Infostand an der Mittelstraße präsentierte, was eine Gegendemonstration von mehr als 200 Schermbeckern unter dem Motto „Schermbeck ist bunt“ auslöste.

Gruppentreffen

Von vielen Seiten sei sie damals angesprochen worden, wie es weitergehen solle, sagt Langenbrink, wie ein dauerhafter Protest gegen die AfD organisiert werden könne. Am 28. Februar traf sich die Ortsgruppe „Aufstehen gegen Rassismus“ in Schermbeck zum ersten Mal zur Gründung, das zweite Gruppentreffen ist am 30. März um 15 Uhr in den Praxisräumen von Volker Neu, Zur Alten Lippe 15, geplant, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Langenbrink glaubt, dass dies eine ganze Menge sein könnten: „Die Leute brauchen einen Impuls.“

Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ ist bundesweit bereits in fast allen Ländern vertreten. „Es gibt eine Ortsgruppe Niederrhein und eine sehr große in Gelsenkirchen“, sagt Elke Langenbrink. Der Zeitpunkt der ersten Kundgebung der Ortsgruppe am 16. März ist nicht zufällig gewählt. Rund um den 21. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus, haben sich die internationalen Wochen gegen Rassismus gebildet.

„Dann wird’s gefährlich“

Den Machtkampf in der NRW-AfD beobachtet Langenbrink genau und wendet sich mit der Ortsgruppe vor allem gegen den völkischen Teil der Partei. „Wenn die nicht-demokratischen Kräfte die Oberhand gewinnen, dann wird’s gefährlich“, glaubt sie.

„Wir haben die Europawahl vor der Nase und im nächsten Jahr die Kommunalwahlen“, sagt Elke Langenbrink und will mit ihren Mitstreitern Wähler, die aus Protest die Wahl der AfD in Betracht ziehen, über die nicht-demokratischen Kräfte in der AfD informieren. „Kaum jemand hat beispielsweise das Buch von Höcke gelesen“, sagt sie - anderenfalls wäre er ihrer Meinung nach für die meisten nicht mehr wählbar. „Die Leute sollen wissen, wofür die AfD steht.“

„Stammtischkämpfer“

Aufklärungsarbeit hat sich das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ vorgenommen. Es wirft der AfD laut Internetseite Hetze gegen Flüchtlinge, Pläne gegen Demokratie und Teilhabe sowie ein sexistisches Familienbild vor. Angeboten werden Seminare, die „Stammtischkämpfer und -kämpferinnen“ ausbilden, die gezielt gegen rechte Parolen Position beziehen sollen.

Den Begriff „Stammtischkämpfer“ findet Langenbrink „etwas martialisch und gewalttätig“, er sei aber auch plakativ. Niemand müsse aber glauben, dass die Schermbecker Mitglieder in irgendeiner Form linksextrem oder gewalttätig seien.

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