Neue Grundwasser-Messstellen sollen Nitrat-Entwicklung aufzeigen

dzGrundwasser

Bis zu 99 Metern Tiefe reichen die neuen Messstellen der RWW in Schermbeck. Was wird dort gemessen? Und was haben diese Messungen mit Nitrat zu tun?

Schermbeck

, 16.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten, Gladbeck sowie Teile von Schermbeck, Oberhausen, Bottrop und Raesfeld-Erle werden von der Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk in Dorsten-Holsterhausen versorgt. Das Wasser stammt aus zwei Brunnengalerien: Holsterhausen und Üfter Mark. Die Brunnen fördern Wasser aus Tiefen von 80 bis 120 Metern.

Wie sich Grundwasserstände entwickeln und wie es um die Qualität steht, beobachtet die RWW über insgesamt 850 Messstellen. In Schermbeck sind nach vier Wochen Arbeit nun fünf weitere Messstellen am Buschhausener Weg dazugekommen. Die Messstellen liegen nordwestlich der Brunnengalerie Holsterhausen, gewissermaßen in der „Einflugschneise“ des Grundwassers.

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An der Oberfläche liegen die in einer Reihe angeordneten Messstellen nur jeweils fünf Meter auseinander. Unterirdisch trennen die jeweils zwei Meter langen Filterrohre bis zu 82 Meter Höhenunterschied. 17 Meter tief, oberhalb des Bottroper Mergels, ist die flachste Messstelle. 99 Meter tief, an der Sohle der Halterner Sande, liegt die tiefste Messstelle.

RWW-Hydrogeologin und Projektleiterin Theresa Pöhling: „Wir möchten weitere Erkenntnisse über den hydrogeologischen Aufbau des Untergrunds erhalten. Im Vordergrund stehen Fragen zur Mächtigkeit und Schutzwirkung des Bottroper Mergels und wie sich in Zukunft die Wasserzusammensetzung des Grundwassers im Anstrom zur Brunnengalerie entwickeln wird.“

Ist der Bottroper Mergel dicht?

Schutz wovor? Ramon Steggink, Sprecher der RWW, sagt: „Wir wollen wissen, ob wir sicher sein können, dass der Bottroper Mergel dicht ist.“ Unter anderem beim Nitrat wolle man erfahren, in welchen Tiefen dieses zu finden sei. In oberflächennahen Bereichen finde man Nitrat - „in ganz tiefen Tiefen eher nicht“.

Links ist eine Probe des Bottroper Mergels zu sehen, rechts eine Probe der Halterner Sande.

Links ist eine Probe des Bottroper Mergels zu sehen, rechts eine Probe der Halterner Sande. © RWW

Mit Unterstützung der Ruhr-Universität Bochum werden Sediment-Proben, die beim Bohren genommen wurden, und Wasser-Proben untersucht. Das Alter des Wassers, die Nitrat-Entwicklung und das verbliebene Nitrat-Abbau-Potenzial des Bodens werden untersucht und analysiert. Die Grundwasserstände werden per Funk übertragen und bei der RWW ausgewertet. Es gebe auch Fälle, so Steggink aus der Erfahrung mit anderen Messstellen, dass sich die Strömungsrichtung des Grundwassers ändere - dann komme eventuell an einem Brunnen nichts mehr an.

Sorgen um ihr Grundwasser, was das Nitrat betrifft, müssten sich RWW-Kunden nicht machen, so Steggink. 11 bis 12 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser erforderten in Holsterhausen keine Aufbereitung. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 mg/l. Nur Eisen und Mangan müssten in Holsterhausen aus dem Grundwasser entfernt werden, so Steggink.

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