Neue Betrugsmasche: Hacker „übernehmen“ Kunden von Handwerksfirmen

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Mit einer dreisten Abzockmasche haben Betrüger Kunden von mindestens drei Heizungs- und Sanitär-Firmen in den letzten zwei Wochen betrogen. So gingen sie dabei vor.

Schermbeck

, 23.10.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine bislang wenig bekannte Abzockmasche haben Betrüger in den letzten 14 Tagen im Schermbecker Raum praktiziert und dabei gleichzeitig den Ruf von solide arbeitenden Handwerksbetrieben beschädigt. Um den unbekannten Gaunern das betrügerische Handwerk zu legen, haben die drei Schermbecker Heizungs- und Sanitärfirmen Beck, Mika und Zepmeusel beschlossen, die Öffentlichkeit vor der Betrugsmasche zu warnen. Ihr Sprecher Günther Beck informierte gestern die Medien.

„In allen Fällen gingen die Betrüger ähnlich vor“, berichtet Beck. Die Kunden haben über die Websites der Handwerksbetriebes über Probleme im Heizungs- oder Sanitärbereich detailliert berichtet, einen Auftrag zur Beseitigung eines Problems erteilt und einen Termin für den Handwerkerbesuch verabredet.

Gespräche mitgehört

Diese Gespräche hörten Betrüger mit, sie hatten die Internet-Telefonate gehackt. Bestens informiert über Namen, Adressen und die zu erledigenden Arbeiten erschienen sie schon Stunden vor dem vereinbarten Termin bei den Kunden. Sie wiesen darauf hin, dass die eigentlich beauftragte Firma wegen momentaner Arbeitsüberlastung den Auftrag abgegeben hätte. Da die Betrüger alle Details des Gespräches zwischen Kunden und Firmen kannten, ergab sich für die Kunden kein Grund, Misstrauen zu schöpfen.

Der angebliche Handwerker stellte nach kurzer Inspektion der nicht funktionierenden Heizung fest, dass eine Steuereinheit nicht funktionierte und dass eine erforderliche Platine im Betrieb abgeholt werden müsse. Er stellte vor Ort eine Rechnung über Fahrtkosten und bislang entstandene Lohnkosten aus, ließ sich den Betrag erstatten und machte sich auf den Weg, um angeblich im Betrieb die fehlende Platine zu holen.

Erst als nach Stunden der Monteur der Schermbecker Firma zum vereinbarten Termin erschien, fiel der Betrug auf. Nicht alle geprellten Kunden durchschauten die Masche der Betrüger, sodass in mehreren Fällen eine unverdiente harsche Kritik an den Schermbecker Betrieben geäußert wurde.

„Kann auch Kunden anderer Handwerksbetriebe treffen“

„Was uns passiert ist, kann auch Kunden anderer Handwerksbetriebe treffen“, mahnt Günther Beck zur Vorsicht. Wenn eine Fremdfirma schon vor dem verabredeten Zeitpunkt erscheint, sollte man schon stutzig werden, selbst wenn genaueste Kenntnisse geäußert würden. Eine solide Firma würde grundsätzlich eine Rechnung nach Abschluss aller Arbeiten erstellen - niemals mitten im Arbeitsvorgang. Spätestens bei der Aufforderung zur Zahlung einer Teilleistung solle man die eigentlich beauftragte Firma anrufen.

Vielleicht hätte auch schon der Blick auf die ausgestellte Rechnung geholfen, um einen Verdacht zu schöpfen. Eine Rechnung, die ein geprellter Schermbecker Kunde erhielt, wurde nicht von einem Betrieb einer Schermbecker Nachbarkommune ausgestellt, sondern von einem Krefelder Hausmeister-Service. An der Summe von 39 €, 149 € und 59,5 € hätte man auch ohne Taschenrechner schnell erkennen können, dass das Ergebnis nicht 157,92 € heißen kann.

„Unbedingt Anzeige erstatten“

„Es sollte in solchen Fällen unbedingt eine Anzeige erstattet werden“, empfahl Andrea Margraf als Sprecherin der Kreispolizeibehörde Wesel einen Anruf unter 0281-1070 oder bei der auch für Schermbeck zuständigen Polizeidienststelle Hünxe (Tel. 02858/ 918100). Anzeigen könnten, so Margraf, auch online erfolgen oder durch persönliches Erscheinen in der zuständigen Polizeidienststelle.

Günther Beck ist davon überzeugt, dass diese kriminelle Methode in allen Handwerksbetrieben praktiziert werden kann und mahnt zur besonderen Vorsicht, wenn eine Begehung mit unbekannten Handwerkern nach einem ähnlichen Muster abläuft. Um die kostenträchtigen Folgen einer Internet-Telefonie zu vermeiden, könne man Aufträge auch per Telefon oder Handy erteilen.

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