Bis zum Sommer 2022 muss die neue Kita am Borgskamp fertig sein. Die Baukosten bereiten den Lokalpolitikern Sorge. © picture alliance/dpa
Kindergarten

Neubau Kita am Borgskamp: „Wir begeben uns in die Hand der Caritas“

Zähneknirschend hat die Politik dem Vertrag zwischen Gemeinde und Caritas zum Bau einer Kita am Borgskamp zugestimmt. „Wir begeben uns in die Hand der Caritas“, sagte Manuel Schmidt.

Der Die-PARTEI-Fraktionsvorsitzende war nicht der einzige im Rat, der unzufrieden über die geplante Finanzierung und vertragliche Gestaltung mit der Caritas ist, die Trägerin des geplanten Kindergartens sein wird.

In Schermbeck fehlen Betreuungsplätze. Deshalb hatte die Caritas die Trägerschaft einer Übergangsgruppe im Alten Rathaus übernommen mit der Bedingung, auch Trägerin des geplanten Kindergartens am Borgskamp zu werden. Fertig werden muss dieser spätestens bis Sommer 2022.

Caritas mit Beschluss nicht einverstanden

Die Übernahme der Trägerkosten für den Neubau soll die Gemeinde übernehmen. Doch die CDU hatte im Haupt- und Finanzausschuss unter anderem mehr Kontrolle über die Kosten verlangt. Bei den damals gefassten Beschlüsse wurde im Gespräch mit der Caritas allerdings deutlich, dass sie überarbeitet werden mussten. Ulrike Trick (Grüne): „Wir bedauern, dass der Beschluss wieder zurückgenommen werden musste. Wir fanden ihn gut.“

Manuel Schmidt: „Wir haben ein Problem damit, dass wir bei den Investitionskosten einen Blankoscheck ausstellen.“ Er glaube: „Wir liefern uns hier weiter aus. Ich bin gespannt, ob sich in Zukunft noch weiteres Konfliktpotenzial entwickelt.“

Wenn man mehr Einflussmöglichkeiten wolle, „würde das bedeuten, einen gemeindlichen Kindergarten zu haben“, sagte Rainer Gardemann (CDU). Kaum ein Träger bringe die Investitionskosten für Neubauten auf. „Alle Kommunen tragen das zu 100 Prozent. Wir können damit, was wir in langen Kämpfen ausgehandelt haben, gut leben.“

„Die können ihr Namensschild dranpappen“

Klaus Roth (BfB) bedauerte, dass man nicht einen Eigenbau weiter verfolgt habe. Trick: „Wir hatten nie die Wahl.“ Ursache sei, dass das Land die Träger mehr bezuschusse als Kommunen im selben Fall. Für die Träger sei eine Kita „beste Werbung“. „Die können ihr Namensschild dranpappen, haben alles in der Hand und müssen nichts zahlen.“ Das Land müsse dies ändern.

Die Träger nahm Bürgermeister Mike Rexforth daraufhin in Schutz. „Wir sehen, wie sich der Arbeitsmarkt verändert. Wie schwer es ist, vernünftige Erzieherinnen und Erzieher zu finden.“ Vor dem Fall, dass die Verantwortung auf die Kommunen übergehe, „graut es mir persönlich“, so Rexforth. Aufgrund des „unglaublichen Personalnotstands“ seien die Träger nicht zu beneiden.

Vereinbart wurde, dass die Gemeinde das Grundstück als Erbpachtgrundstück zur Verfügung stellt und am Planungs- und Ausschreibungsprozess der Caritas beteiligt wird. Gemeinsam soll der Baustandard festgelegt werden. Unvermeidbare Kostensteigerungen übernimmt die Gemeinde zu 100 Prozent. Die Caritas garantiert einen Betrieb der Kita für 50 Jahre.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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