Pfarrer Dieter Hofmann nahm an der Vorstellung der neuen Koordinatorin der Nachbarschaftsberatung, Sandy Krischok, ebenso teil wie Jürgen Orts vom Diakonischen Werk und Theo Lemken als Vorstand der Stiftung Lühlerheim (v.l.). © Helmut Scheffler
Nachbarschaftsberatung

Nachbarschaftsberatung: Schwieriger Neustart im Corona-Jahr

Ein schwierigeres Jahr als 2020 hätte sich Sandy Krischok für den Neustart der Nachbarschaftsberatung wohl kaum aussuchen können. Corona spielte aber auch bei den Anfragen eine Rolle.

Anfang Juni 2020 übernahm Sandy Krischok als neue Koordinatorin die Nachbarschaftsberatung Schermbeck. Bei drohender Pflegebedürftigkeit Älterer ist sie und ein Team Ehrenamtlicher Ansprechpartner, vermittelt Kontakte und Hilfsangebote.

In Krischoks Jahresbericht wird deutlich, mit welchen Anliegen Menschen die Nachbarschaftsberatung aufsuchten. 22 Anfragen seien 2020 gestellt worden, meistens per Telefon. 18-mal waren es pflegende Angehörige, die „größte der Zielgruppen“, so die gelernte Altenpflegerin. 13 persönliche Gespräche wurden geführt, acht davon bei Hausbesuchen.

„Im Gespräch zeigten sich bei Töchtern und Söhnen Anpassungsschwierigkeiten in Hinblick auf die veränderten Rollen innerhalb der Familie und die Erwartungen an ihre Rolle als pflegende Angehörige“, so Krischok. Viele berufstätige Angehörige hätten nach Entlastungsmöglichkeiten gefragt. Hilfeleistungen im Haushalt waren ebenfalls ein Thema.

Vier Demenzkranke mussten ins Pflegeheim

In vier Fällen sei es trotz der Ausschöpfung von ambulanten Leistungen zu einem Wechsel in eine stationäre Langzeiteinrichtung gekommen. Dies möglichst lange zu verzögern, war zu Beginn des Projekts als Ziel der Nachbarschaftsberatung genannt worden. In den vier Fällen seien alle Personen von Demenz betroffen gewesen – der Abbau kognitiver Fähigkeiten und die zunehmende Immobilität seien Gründe für die jeweiligen Entscheidungen gewesen, so Krischok.

„Eine besondere Herausforderung stellte eine Anfrage auf Schulung eines Angehörigen im Umgang mit Schutzkleidung dar“, so Krischok. In dem Fall war das hilfebedürftige Familienmitglied an Corona erkrankt. Zum Schutz der Angehörigen wurden sie im An- und Auskleiden von infektiöser

Schutzkleidung sowie zu Desinfektionsmaßnahmen und zur

Schaffung einer „Schleuse“ in der häuslichen Umgebung geschult.

Vier Ehrenamtliche

Ziel für den Neustart der Nachbarschaftsberatung war, das Team Ehrenamtlicher zu vergrößern. „Die Akquise (…) gestaltete sich durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie als schwierig“, so Krischok. Ende Dezember unterstützten sie vier Ehrenamtler. 4.500 Flyer wurden Ende Oktober verteilt. Eine geplante Infoveranstaltung am 12. November musste abgesagt werden, ebenso der erste Angehörigenstammtisch am 5. November.

Wenn die Pandemie es zulasse, sollten die geplanten Projekte (etwa „Senioren gehen digital“ mit Leih-Tablets) 2021 durchgeführt werden, gibt Krischok einen Ausblick. „Dabei ist eine Zusammenarbeit mit Akteuren der Seniorenarbeit in Schermbeck wünschenswert.“ Sie und Jenifer Lieverkus arbeiten als Studierende der Pflegewissenschaft noch an einer Bedarfserhebung, um passgenaue Angebote in Schermbeck schaffen zu können.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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