Im Gahlener Heisterkamp hatten Störche auch in diesem Jahr die vom Heimatverein Gahlen errichtete Nisthilfe bezogen. © Helmut Mettler
Störche

Mit Video: Rekord-Nachwuchs bei den Störchen in Gahlen

Bringt der Klapperstorch neben den Babys eigentlich auch die Jungstörche? Falls ja, war er in diesem Jahr in Gahlen besonders fleißig. Denn dort wurde ein Rekord-Nachwuchs gezählt.

Das Dutzend ist jetzt voll. Entsprechend groß ist die Freude im Gahlener Heimatverein. Zwölf Jahre nach den ersten Bemühungen, Störche im Dorf anzusiedeln, wächst gegenwärtig der zwölfte Gahlener Nachwuchs-Storch heran.

Den Anstoß zur Ansiedlung gab ein Storch, der 2008 im Ort gesichtet wurde. Das Bild eines majestätischen Vogels beeindruckte die Gahlener so sehr, dass man sich entschloss, einen eigenen Beitrag zur Ansiedlung von Weißstörchen im Lippedorf zu leisten.

Passende Standorte für Nisthilfen

In Absprache mit der Biologischen Station des Kreises Wesel wurden passende Standorte für Nisthilfen ermittelt. Richard Vornbrock, die Landtechnikfreunde des Heimatvereins und Mitglieder des Heimatvereins begannen im Februar 2009 mit dem Bau von Nisthilfen.

Die erste Nisthilfe entstand auf dem Brömmel an der Grenze zu Dorsten, wo der erste Storch gesichtet worden war. Weitere Nisthilfen entstanden am Elsenweg im Bruch am Rande des Heisterkamps und am Brackenberg in Besten zwischen den Gehöften von Stuhldreier und Abelt.

Als Nestunterlagen wurden von Egon Unterberg lange „Zöpfe“ aus Weidenzweigen geflochten. Die waren aber 2016 so arg verwittert, dass die Störche wenig Interesse zeigten. Im Januar 2017 erneuerten Egon Unterberg und Heinz Wilhelm Beckmann die Weidenzöpfe.

Rita und Gustav blieben in Gahlen

Die Nester waren nun vorbereitet, sodass die Chance bestand, dass die ab Ende Februar anfliegenden Weißstörche den Verlockungen des Gahlener Heimatvereins nicht widerstehen konnten. Die neue Nestausstattung verfehlte tatsächlich ihre Wirkung nicht. Bereits im nächsten Jahr besuchte ein Storchenpaar die Nester. Voller Euphorie über die Aussicht auf Störche „made in Gahlen“ erhielt das Storchenpaar die Namen Rita und Gustav in Anerkennung der ehrenamtlichen Verdienste des langjährigen Heimatverein-Vorsitzenden Gustav Ruloff und seiner Frau Rita.

Trotz bester Voraussetzungen gab es aber keine Brut. Die wurde erst im Frühjahr 2019 gesichtet. Zwei Nester wurden jeweils von einem Storchenpaar angenommen, wobei das Bestener Paar mit seinen Namen Mathilde und Antonius an das Ehepaar Jansen erinnern sollte. In beiden Nestern wuchsen jeweils zwei Jungstörche heran. Im Bruch Lore und Wilhelm, in Besten Gerda und Reinhard.

Im Jahre 2020 gab es erneut in beiden Nestern Nachwuchs. In Besten wurde ein einzelner Jungstorch von seinen Eltern umsorgt, im Bruch waren es zwei.

Fünf Nachwuchs-Störche in diesem Jahr

2021 wurde ein Rekord erzielt. Im Bruch schlüpften zwei Jungstörche, in Besten sogar drei. Auch diese jungen Störche werden in Kürze beringt. Niels Ribbrock von der Biologischen Station des Kreises Recklinghausen wurde benachrichtigt.

„Die Beringung übernimmt der Ornithologe Michael Jöbges“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Markus Walbrodt. Die Beringung gibt Aufschluss über das Ansiedlungsmuster der Jungtiere, über ihre Lebenserwartung, die Ortstreue, die Veränderung des Zugverhaltens und über Todesursachen.

Weißstorch Reinhard wurde wieder entdeckt

Zum ersten Mal kam der Gahlener Weißstorch Reinhard ins Gespräch, als er am Bühnenberg im Juni 2019 mit Storchenschwester Gerda geboren wurde. Dann wurde es ruhig um die Storchenkinder vom Bühnenberg, die am 19. Juni 2019 von Michael Jöbges beringt worden waren.

Reinhard wurde 126 Kilometer vom Pfahlnest am Bestener Bühnenberg entfernt vom Arnhemer Bird Ringing Centre am 15. April 2020 um 10.08 Uhr im niederländischen Batenburg, einem Ortsteil der Gemeinde Wijchen in der Provinz Gelderland entdeckt. Die Ringnummer des Metallringes konnte im Freiland abgelesen werden, ohne den Vogel zu fangen.

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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