Lia ist die 500. Leserin der Katholischen Öffentlichen Bücherei

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„Du bist verrückt“, habe man ihr gesagt, als sie vor zwei Jahren 500 Ausweise für die Bücherei bestellen wollte, sagt Monika Schlebusch. Nun wurde Lia Markwart als 500. Leserin geehrt.

Schermbeck

, 04.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein wenig mulmig war der fünfjährigen Lia sichtlich zumute, als sie am Dienstagnachmittag mit Oma Theresia Markwart und Papa Christian Markwart in die Katholische Öffentliche Bücherei an der Erler Straße 9 kam. Doch für das ehrenamtliche Team war es ein toller Tag, und auch für Monika Schlebusch, die bis Oktober die Bücherei geleitet hatte und noch ab und zu aushilft.

Lia, die jede Woche samstags in die Bücherei kommt, bekam ein Bilderbuch und war etwas erleichtert, als sich der Rummel nicht mehr um sie drehte. „Du hast die Nummer 500, ich hatte die Nummer 1“, sagte Monika Schlebusch zu ihr. Bei Null fing das Team vor knapp zwei Jahren an, nachdem die Öffentliche Bücherei an der Weseler Straße aufgelöst wurde.

Ehrenamtliches Team

Für die letzte hauptamtliche Stelle, Monika Schlebusch, sollte es im vergangenen Oktober eigentlich einen Ersatz geben, doch das habe sich „aus mehreren Gründen“ zerschlagen. Ab da war das ehrenamtliche Team auf sich allein gestellt - und meisterte diese Aufgabe.

Einen „Chef“ oder eine „Chefin“ gibt es nicht mehr. „Wir versuchen, uns regelmäßig zu treffen und einen groben Plan zu machen, was gemacht werden muss“, sagt Susanne Berghaus. Einzelne Aufgaben wie Buchbestellung, Einkauf, das Organisieren von Veranstaltungen, Kasse, Verwaltung und mehr sind auf viele Schultern aufgeteilt.

5700 Medien

5700 Medien finden sich in der Bücherei. Den Sachbuchbereich habe man reduziert beim Umzug, da er nicht mehr so stark nachgefragt werde. Alle sechs bis acht Wochen werden neue Bücher auch auf Wünsche von Lesern hin angeschafft - insgesamt verfügt die Bücherei über ein jährliches Budget von rund 8000 Euro.

Erwachsene Mitglieder zahlen 10 Euro im Jahr, unter 18 Jahren ist die Mitgliedschaft kostenlos. Gut verteilt über die Generationen ist die Leserschaft, wobei das Team versucht, Grundschul- und Kindergartenkindern die Bücherei schmackhaft zu machen.

Gibt es Wünsche seitens des Teams? Ein fahrbares Bücherregal und einen digitalen Zugang für Kunden, um Bücher selbst zu verlängern oder sich für ein ausgeliehenes vorzumerken, könnte sich Bärbel Baumeister vorstellen.

Politische Auseinandersetzungen

Und noch etwas wünscht das Team: nicht mehr zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen gemacht zu werden. Dass Ulrike Trick (Grüne) in ihrer Haushaltsrede Ende 2019 die jetzige Bücherei als „rudimentären Rest“ bezeichnet hatte, „war ein Schock“, sagt Susanne Berghaus. „Das fand ich wirklich verletzend.“ Sie empfiehlt Trick, sich selbst ein Bild zu machen: „Frau Trick ist herzlich eingeladen.“

Am 19. März ist um 19 Uhr eine Buchvorstellung geplant, am 4. und 5. April eine Buchausstellung und am 23. April ein Bücherbasar.

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