Kran bringt Feldbahnfreunden neue „Babys“ - weitere Mittwochsfahrten

dzFeldbahn

Wenn Rainer Deutzmann von den „neuen Babys“ spricht, bringt diese nicht der Storch, sondern ein Kran. Denn „Babys“ wiegen bei den Feldbahnfreunden bis zu viereinhalb Tonnen.

Schermbeck

, 03.08.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer widersprüchlichen Situation befinden sich derzeit die Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen. Eigentlich sei genug Geld da, sagt Schriftführer Rainer Deutzmann, trotzdem gebe es „finanzielle Probleme“. Denn: „Das Geld ist zweckgebunden - da können wir nicht drauf zugreifen.“ Gleichzeitig laufen aber viele Kosten (Versicherungen, Strom ...) weiter. Nur mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen und dem Erlös von Fahrtagen könne man die laufenden Kosten bestreiten, so Deutzmann. Corona sorgte bei den Fahrtagen für monatelangen Stillstand.

Von der Nottenkämper-Stiftung gefördert wird der Aufbau eines Informationszentrums, wo Dokumente und Geräte ausgestellt werden sollen, die zeigen, wie früher Ton gewonnen, transportiert und verarbeitet wurde. „Da warten wir gerade sehnsüchtig auf einen Dachdecker, der uns unter die Arme greift“, sagt Deutzmann. Das Dach sei zwar dicht, aber auch die Innenausstattung fehle noch. In Zeiten von Corona könne man dort auch schlecht mit mehreren Personen gleichzeitig im Gebäude arbeiten. „Corona hat uns viele Striche durch die Rechnung gemacht.“

Mit den neuen Schienen und drei neuen Weichen verfügen die Feldbahnfreunde nun über 150 Meter Gleise, die Richtung Lippe verbaut werden sollen.

Mit den neuen Schienen und drei neuen Weichen verfügen die Feldbahnfreunde nun über 150 Meter Gleise, die Richtung Lippe verbaut werden sollen. © Feldbahnfreunde

Keine Stagnation im Verein

Stagnation ist dennoch im Verein, der mit 43 Mitgliedern zu den größten Feldbahnvereinen Deutschlands zählt, nicht eingekehrt. Erst am Samstag holten sich die Feldbahnfreunde Gleise aus Essen ab. Die stammten wie auch die neuen beiden „Babys“, eine Diema- und eine Schöma-Lok, aus einer Essener Feldbahnsammlung, die der Verein übernehmen konnte.

Jetzt lesen

„Die Loks konnten wir nicht selber transportieren“, sagt Deutzmann. Hilfe boten die Firmen Krajac und Moldenhauer aus Duisburg, die für den Transport der Diema (1 Tonne) und Schöma (4,5 Tonnen) kostenfrei Lkw stellten. Die beiden Lokomotiven sowie vier Lorengestelle wurden in der vergangen Woche abgeholt. Ein bisschen Gewicht hätten die Loks zu ihrer aktiven Zeit schon auf die Schiene bringen müssen, da beispielsweise die größere „locker 250 Tonnen“ hinter sich hergezogen habe, sagt Deutzmann.

Auf 4,5 Tonnen kommt diese „neue" Lok der Firma Schöma.

Auf 4,5 Tonnen kommt diese „neue" Lok der Firma Schöma. © Feldbahnfreunde

Loks müssen generalüberholt werden

Direkt auf den Schienen am Vereinsgelände „Im Aap“ werden die beiden neuen Feldbahn-Lokomotiven aber nicht fahren können. Beide müssten, da sie längere Zeit abgestellt worden seien, zunächst generalüberholt werden, so Deutzmann. Doch das habe derzeit keine Priorität, da der Verein mit seinen rund zehn Aktiven (weitere sind willkommen) zunächst im Sommer und Herbst die Schienen in Richtung Lippe bauen will.

Zwei Firmen aus Duisburg halfen den Feldbahnfreunden mit Lkw aus.

Zwei Firmen aus Duisburg halfen den Feldbahnfreunden mit Lkw aus. © Feldbahnfreunde

Stichwort Schienen: Zu den etwa 150 Metern, über die der Verein derzeit verfügt, gebe es ein weiteres Angebot von einem Torfwerk in der Nähe von Stade, sagt Deutzmann. „Da liegen ein paar hundert Meter Gleise für uns abholbereit“, so der Schriftführer, der bei einem Ortstermin aber gleich erkannte, dass man dafür wohl drei Tieflader benötigen wird. „Geschätzt um die 100 Tonnen sind das.“ Etwa einen halben Kilometer Schienenstrecke entlang der Lippe plant der Verein - dafür gibt es bereits eine Baugenehmigung.

Fahrten waren „ein Riesenerfolg“

Froh sind die Vereinsmitglieder darüber, dass die in den letzten Ferienwochen angebotenen Fahrten immer mittwochs laut Deutzmann „ein Riesenerfolg“ waren. Deshalb wolle man die Fahrten bis auf weiteres zwischen 16 und 18 Uhr anbieten. Wie bislang auch bittet der Verein um Voranmeldung unter Tel. (0178) 6567270 oder per E-Mail unter feldbahnfreunde-schermbeck@t-online.de.

Das Hofcafé auf dem Hof Haferkamp ist leider krankheitsbedingt nur eingeschränkt geöffnet. Deutzmann: „Getränke sind aber erhältlich. Auf die weltberühmten Torten von Frederike müssen wir leider einige Zeit verzichten.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt