Eine Komplettsanierung ist am Schermbecker Hallenbad geplant. Doch die Preisentwicklung am Bau könnte für die Gemeinde ein gewisses Risiko bedeuten. © Berthold Fehmer
Hallenbad

Komplett-Sanierung des Hallenbads birgt ein gewisses Risiko

Die Millionenförderung von Land und Bund macht am Hallenbad nicht nur ein neues Lernschwimmbecken, sondern eine Komplett-Sanierung möglich. Das bringt auch ein gewisses Risiko mit sich.

Erst hatte das Land eine Millionenförderung zugesagt für das neue Lernschwimmbecken, kurze Zeit später auch der Bund. In Gesprächen mit dem Projektträger Jülich und der Oberfinanzdirektion Bauverwaltung NRW gelang es der Gemeinde, Bedenken wegen einer möglichen Doppelförderung auszuräumen.

Ein gewaltiges Umbauprogramm steht dem Hallenbad nun bevor, das als „Pilotprojekt“ gesehen werde, so Bürgermeister Mike Rexforth im Rat. Zum Thema Barrierefreiheit sei man im Gespräch mit der Behindertenbeauftragten des Kreises Wesel. In Sachen Barrierefreiheit werde das Hallenbad nach Abschluss „deutlich mehr bieten, als der Gesetzgeber verlangen würde“.

Leitlinien und tastbare Schriften

Umkleide und Dusche sollen für Menschen mit Behinderung barrierefrei ausgestaltet werden. Ein Leitliniensystem im Bad ist geplant. Akustikplatten sollen für Hörgeschädigte eine Verbesserung bringen. Die Ausschilderung soll mit Brailleschrift und Pyramidenschrift ertastbar werden.

Auch wurde die Künstlergruppe „Nebelhorn“ ins Gespräch gebracht, die mit behinderten und nichtbehinderten Künstlerinnen und Künstlern an der Gestaltung beteiligt werden könnte. „Kunst am Bau“ werde vom Fördergeber als baupolitisches Ziel ausdrücklich begrüßt, so Berthold Schmeing von der Verwaltung.

Auch energetisch soll das Bad auf einen neuen Stand versetzt werden. Photovoltaik auf den Dachflächen, Umstellung auf LED-Beleuchtung, Dachbegrünung und die Versickerung von Niederschlagswasser auf dem Grundstück sind geplant.

Becken werden erneuert

Erneuert werden sollen das 10 mal 25 Meter große Becken (auch unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit) und das Außenbecken, das als „Reinigungseinheit“ vor dem Betreten des Innenbereichs erhalten bleiben soll. Ebenfalls soll das Bad an geltende Brandschutzvorschriften angepasst werden inklusive der Elektrounterverteilung.

Ulrike Trick (Grüne) kritisierte, dass durch mehr Förderung auch der Eigenanteil der Gemeinde an dem Millionenprojekt steigt. Fast 270.000 Euro stellte der Rat einstimmig als Eigenanteil bereit. Doch damit könnte es nicht genug sein. Trick fragte Alexander Thomann, ob die allgemeinen Kostensteigerungen im Bausektor auch zulasten der Gemeinde gehen würden. Thomann: „Ja, das wäre so.“

„Möglichst schnell anfangen“

Rainer Gardemann (CDU) nannte dieses Risiko „schwierig“, gab aber zu bedenken: „Es gibt keine Lösung. Wir können nicht ein, zwei Jahre warten – dann sind die Preise auch nicht besser.“ Die Gemeinde werde mit dem Hallenbad „zu den ganz wenigen Kommunen“ gehören, die derzeit ein Bad ausbauen können. Gardemanns Tipp gegen weitere Kostensteigerungen: „Möglichst schnell anfangen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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