Martin Manns ist fast fertig mit dem Umbau der ehemaligen Ziegelei Menting. © Andreas Rentel
Ziegelei Menting

Kirchhellener erweckt Schermbecker Ziegelei aus Dornröschenschlaf

„Von meinen Freunden war nicht einer dabei, der gesagt hat: Das war eine gute Idee“, sagt Martin Manns. 2016 kaufte der Unternehmer die ehemalige Ziegelei Menting und baute sie um.

Auf Skepsis ist der Kirchhellener damals gestoßen. Doch seitdem ist eine Menge passiert. „Die Bauarbeiten sind fast abgeschlossen“, sagt er über die ehemalige Ziegelei in Schermbeck-Overbeck. So ist die Sanierung des Stammhauses der Familie Menting und die der ehemaligen Betriebsleiter-Wohnung erledigt worden. Beide Immobilien sind seit längerer Zeit wieder bewohnt.

Eine etwa 2500 Quadratmeter große Halle hat eine Firma aus Dorsten-Wulfen gemietet, um Metallteile zu lagern. Das Unternehmen habe sich auf LED-Werbeanlagen spezialisiert, berichtet Manns. Bis zu dreimal pro Woche gebe es auf dem Gelände Be- und Ablade-Arbeiten mit einem leisen Elektro-Stapler. Das halte die Lärmbelästigung für die Anwohner in Grenzen.

Ehemalige Trocknungsräume sind zu mieten

Die größte Halle, in der einst der Ringofen zur Ziegelproduktion stand, nutzt Manns, um eigenes Gerät zu lagern. Ebenfalls noch zu vermieten sind 28 jeweils rund 20 Quadratmeter große frühere Trocknungsräume für die Tonprodukte. Mit Beleuchtung und Türen versehen, ließen sie sich auch von Privatleuten gut als Lager nutzen, ist Manns überzeugt.

„Ich bin froh, dass es auf das Ende zugeht“, versichert er. In der Spitze seien bis zu sechs Leute aus einem eigenen Team auf dem rund zwei Hektar großen Gelände und vor allem in den Gebäuden im Einsatz gewesen, berichtet er. Viel sei in Eigenleistung gemacht worden. Die Handwerker kamen ganz überwiegend aus dem hiesigen Raum.

Pächter für Café gesucht

Viel Arbeit haben Manns und das Team in die Renovierung des Cafés gesteckt. „Es ist fertig eingerichtet“, sagt er mit Blick auf die möblierten Räume. „Wir haben es so gemacht, als wäre es für uns.“ Nachdem der Plan, das Café in Eigenregie zu betreiben, aufgegeben werden musste, sucht Manns jetzt einem Pächter. Da es keinen Zeitdruck gibt, möchte er jemanden finden, der den Standort an dem stark frequentierten Radweg zwischen Erle und Schermbeck gut zu nutzen weiß.

Auch das Gelände vor dem Café für eine spätere Außengastronomie hat der neue Eigentümer umgestaltet. Mehrere Dachplatanen haben Manns und seine Helfer im vergangenen Sommer gepflanzt. Sie sollen später als natürliche Schattenspender dienen. Eine inzwischen hohe Hecke grenzt das Gelände von der direkt daran vorbei führenden Straße „Zur Pannhütte“ ab.

Für das Café wird ein Pächter gesucht. © Andreas Rentel © Andreas Rentel

Photovoltaikanlage auf den Dächern

350 KW leistet eine Photovoltaikanlage, die auf den Dächern der früheren Produktionshallen installiert worden ist. Anfragen, diese Flächen an Investoren zu vergeben, habe er abgelehnt, ergänzt der Unternehmer. Den Strom, der auf dem Gelände benötigt wird, produziert Manns vor Ort. Der überschüssige Teil der Energie werde ins Netz eingespeist, ergänzt er. „Es fügt sich gut ein“, sagt Manns über die Optik dieser Anlage.

Viele Dächer der ehemaligen Ziegelei Menting tragen mittlerweile eine Photovoltaikanlage. © Andreas Rentel © Andreas Rentel

„So ein Projekt lässt sich nicht bis zum letzten Punkt kalkulieren“, beschreibt der Kirchhellener die Planung. So habe es beim Umbau Überraschungen gegeben „und Dinge, die nicht so toll waren“. Für ihn die entscheidenden Punkte: Das Budget sei eingehalten worden, und auch der zeitliche Ablauf habe gepasst. Sein Fazit: „Ich bin zufrieden.“ Und mit dem bevorstehenden Abschluss des Umbaus hat er den Skeptikern bewiesen, dass sich aus dem jahrelang im Dornröschenschlaf schlummernden Gelände etwas machen lässt.

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