Fast wie in alten Zeiten: der Umzug der Schermbecker Kilianer durch die Dorfmitte. © Guido Bludau
SpontanesFest

Kilianer in Schermbeck feierten ein kleines bisschen Normalität

Die Schermbecker Kilianer haben am Wochenende ein kleines Fest gefeiert - spontan und richtig gut gelaunt. Auch wenn manches anders war als sonst.

Wer am Samstagnachmittag an der Gaststätte „Schermbecker Mitte“ vorbeikam, hatte Schwierigkeiten, einen Unterschied zu Jahren ohne das Coronavirus auszumachen. Frohgelaunte Schützen der Schützengilde Schermbeck warteten auf den Befehl zum Antreten auf der Mittelstraße, die mit zahlreichen grün-weißen Fähnchengirlanden geschmückt worden war.


Kein Festzelt und kein Schießwettbewerb

Das seit 2019 amtierende Königspaar Dominik Woeste und Lenja Niesen genoss das Bad inmitten fröhlicher Schützen, denen man die Freude über den kurzfristig anberaumten Ersatz für das gewöhnlich vier Tage dauernde Kiliansfest ansah. Zwar konnten mehrere Musikgruppen nicht für mehrere Tage verpflichtet werden, kurzfristig kein Festzelt auf dem Rathausplatz aufgestellt und kein Schießwettbewerb zur Ermittlung eines neuen Königs organisiert werden, aber von all den Erkennungsmerkmalen einer Kilianer-Normalität war am Samstag zumindest ein bisschen zu verspüren.

Das von der Tambourmajorin Anja Schlüter geleitete Tambourkorps Schermbeck führte den Schützenzug in Richtung Ludgeruskirche an, machte aber an der Grenze zum Königreich Altschermbeck kehrt, um an winkenden Zuschauergruppen vorbei in Richtung Rathaus zu marschieren.

Am Ehrenmal kennzeichnete Präsident Ralf Daunheimer das Wirken von Schützenvereinen als offene Anker der Dorfgemeinschaft. In das Gedenken bezog Daunheimer auch die mehr als 90.000 Menschen mit ein, die allein in Deutschland in den letzten eineinhalb Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben sind.

Am Schermbecker Ehrenmal begrüßte der Präsident Ralf Daunheimer die Gäste, bevor er in seiner Rede der Opfer von Kriegen und des Coronavirus gedachte. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Nach der Kranzniederlegung hatten die Kilianer die Möglichkeit, sich in einem offenen Zelt gegen eine Spende in die Schützenliste eintragen zu lassen. Im Gegenzug gab es ein Bier und eine Bratwurst. Stichprobenartig wurde überprüft, ob ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden konnte. An Tischen und am Getränkewagen wurde an all das erinnert, was im vergangenen Vereinsjahr wegen Corona ausfallen musste.

Schüppen-Olympiade in Horstkampfs Garten

Nur die Schüppenschützen hatten die Zeit der Videokonferenzen in der vorletzten Woche beendet und sich in Horstkamps Garten ein besonderes Gaudi gegönnt. Diesmal flogen keine Schaufeln mehr als zehn Meter weit. Diesmal wurde eine Schüppen-Olympiade veranstaltet. Dem Sieger überreichte der Präsident Jens Hindricksen die Goldmedaille. Gerrit Kämpken erhielt die Silber-Medallle und der noch amtierende König Matthias Müller die Bronze-Medaille.

Den Abend ließen die Kilianer in den Gaststätten „Am Rathaus“, in der „Schermbecker Mitte“ und bei Overkämping-Schult ausklingen.

Am Sonntagmorgen konnten die Kilianer zwischen einem Frühschoppen in den genannten Gaststätten und dem Besuch des Heimatmuseums in der Steintorstraße wählen. Im Museum konnten sie erfahren, dass die Anfänge des rheinischen Schützenwesens scbon weit vor die Gründung der Schermbecker Kiliangilde im Jahre 1602 zurückreichten.

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Stefan Diebäcker

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