Keine Maskenpflicht im Unterricht - Schulleiter äußert Unverständnis

Coronavirus

Die Maskenpflicht im Unterricht ist abgeschafft. Gesamtschulleiter Norbert Hohmann konstatiert: „Mir, dem Lehrerkollegium und der Schülervertretung erschließt sich diese Entscheidung nicht.“

Schermbeck

, 01.09.2020, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Maskenpflicht im Unterricht ist abgeschafft - dennoch will Gesamtschulleiter Norbert Hohmann die Schüler bitten, weiter eine Maske zu tragen. (Symbolbild)

Die Maskenpflicht im Unterricht ist abgeschafft - dennoch will Gesamtschulleiter Norbert Hohmann die Schüler bitten, weiter eine Maske zu tragen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Schermbeck hätten „in guter Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen unter den schweren Bedingungen der Hitze den Schulstart mit Maske bravourös gemeistert. Jetzt sind alle daran gewöhnt, die Temperaturen sind gesunken“, so Hohmann in einer Mitteilung auf der Schul-Homepage.

In Schulgebäuden und auf dem Schulgelände gilt die Maskenpflicht weiterhin. Hohmann: „Als Grund kann man vermuten, dass bei gemischten Schülergruppen die Ansteckungsgefahr höher eingeschätzt wird als im Unterricht. Bei dem angeordneten Regelbetrieb seit Schuljahresbeginn haben wir aber nicht in allen Unterrichtssituationen feste Lerngruppen: Im Wahlpflichtbereich ab Klasse 6, in den Fächern der Fachleistungsdifferenzierung ab Klasse 7, im Ergänzungsstundenband ab Klasse 9 und in der gymnasialen Oberstufe ergeben sich im Kurssystem wechselnde Personengruppen.“

Vier Schüler derzeit in Quarantäne

In den Schulbussen säßen die „Schülerinnen und Schüler genauso nahe beieinander wie im Unterricht“. Da werde eine fehlende Maske mit einem Bußgeld belegt. Die Schutzbedürftigkeit älterer Familienangehöriger spiele derzeit in der öffentlichen Diskussion auch keine Rolle. Derzeit habe man einen aktuellen Infektionsfall an der Schule sowie vier Schülerinnen und Schüler, die wegen des Kontaktes zu einer infizierten Person in Quarantäne sind, so Hohmann.

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Er werde deshalb die Schüler bitten, weiter im Unterricht eine Maske zu tragen. „Die Lehrerinnen und Lehrer haben sich für das weitere Tragen der MNB ausgesprochen, der Schülerrat (SV) hat sich am Freitag mit einer großen Mehrheit bei nur einer Gegenstimme ebenfalls dafür ausgesprochen.“

Schulkonferenz entscheidet

Die Schulpflegschaft tritt am 9. September zusammen und kann über das Thema beraten. Die Schulkonferenz am 21. September ist angesetzt. „Bis zur Entscheidung durch die Schulkonferenz bitte ich um das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht“, so Hohmann.

Eine Frage, die in den letzten Wochen mehrfach gestellt wurde, sei nun eindeutig geklärt, so Hohmann: „Ergänzend wird klargestellt, dass das Tragen eines Visieres (z.B. aus Plexiglas) nicht den gleichen Schutz wie eine eng am Gesicht anliegende textile MNB bietet. Daher stellen Visiere keinen Ersatz für eine MNB dar. Allerdings können Visiere bei Personen zum Einsatz kommen, bei denen das (dauerhafte) Tragen einer MNB aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.“

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