Nitrat-Messung: An diesen Stellen in Dorsten, Schermbeck und Erle sind Brunnen belastet

dzGrundwasser

Wasser aus 56 privat genutzten Brunnen in Dorsten, Schermbeck und Erle hat Harald Gülzow vom Verein VSR-Gewässerschutz untersucht. Für viele Brunnenbesitzer hatte er schlechte Nachrichten.

Schermbeck, Dorsten, Raesfeld

, 19.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beim Informationsstand am 2. Oktober in Schermbeck hatten die Besitzer Wasser aus 56 Brunnen abgegeben. Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Milan Toups (Bundesfreiwilliger) fanden laut einer Mitteilung bei den Untersuchungen 120 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Rhade.

„Etwa jeder vierte Brunnenbesitzer wurde enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist“, so Gülzow. Den Grund dafür sieht er bei der Landwirtschaft.

Überschreitungen beim Nitratwert

Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Erle mit 73 Milligramm pro Liter (mg/l), Üfte mit 105 mg/l, in Altschermbeck mit 89 mg/l, in Schermbeck mit 98 mg/l, Besten mit 84 mg/l und in Holsterhausen mit 76 mg/l fest.

Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitratbelastungen der Region gezeigt, so Gülzow.

Gemüse nicht mit Nitrat anreichern

Was sind die Auswirkungen einer Nitratüberschreitung? Ärgerlich sei, so Gülzow, insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet sei. Es bestehe die Gefahr, dass es zur „Massenvermehrung von Algen“ komme. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser besser nicht zu einer Nitratanreicherung führen.

Gülzow: „Der VSR-Gewässerschutz ruft alle Menschen auf, bewusster einzukaufen und so Einfluss darauf zu nehmen, wie unsere Landwirtschaft aussieht. Jeder Einzelne kann dazu beitragen.“ Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern, bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, die die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen.

Für „plausibel“ hält die Rheinisch-Westfälische

Wasserwerksgesellschaft die Messwerte. „Dabei handelt es sich um oberflächennahes Grundwasser“, so Unternehmenssprecherin Kristina Strüwe. Das Trinkwasser, das vom Unternehmen im Wasserschutzgebiet Holsterhausen/Üfter Mark zur Versorgung von 350.000 Menschen gewonnen wird, stammt allerdings aus größeren Tiefen.

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