Immer mehr Bürger melden Eichenprozessionsspinner - das plant die Verwaltung

dzEichenprozessionsspinner

Im Kampf gegen die Eichenprozessionsspinnerraupen könnte der Bürgermeister „eine ganze Fußballmannschaft einstellen“. Doch das wäre zu teuer. So sollen die Bürger geschützt werden.

Schermbeck

, 05.10.2019, 08:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Haupt- und Finanzausschuss sprach sich Klaus Roth (BfB) für präventive Maßnahmen aus. Das scheine die „preiswerteste Lösung“ zu sein, berichtete er mit Blick auf Hamminkeln. Dort besprühe man 50 Prozent der Eichen - vielleicht könne der Schermbecker Bauhof auch so ein Gerät anschaffen.

Mike Rexforth entgegnete, dass es mit solch einem Gerät zum Versprühen von Pestiziden nur bedingt getan wäre. Die Mitarbeiter des Bauhofs müssten dann auch in Sonderlehrgängen geschult werden. Und dürften unter Vollschutz auch nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden. „Das geht nicht acht Stunden pro Tag.“

„Hoffen, dass das Geld reicht“

Auf Nachfrage von Klaus Schetter (CDU), mit welchem Befall man für das nächste Jahr rechne, sagte Marc Lindemann vom Ordnungsamt: „Es gibt keine verlässlichen Prognosen, wie schlimm das in den nächsten Jahren werden wird.“ Man werde einen Ansatz „leicht höher als in diesem Jahr“ in den Haushalt einstellen und dann „hoffen, dass das Geld reicht“.

Kämmerer Frank Hindricksen sagte, dass der konzentriertere Arbeitseinsatz Einsparungen ergeben hätten. In diesem Jahr werde man den Ansatz von 100.000 Euro nicht ausschöpfen, sondern liege bei etwa 40.000 Euro.

Thomas Heiske (parteilos) fragte nach, ob es ein Baumkataster in der Gemeinde gebe, an dem man alle Eichen anzeigen könne, die in kommunaler Trägerschaft liegen. Im Innenbereich, so Lindemann, gebe es das. Alle kommunalen Eichen präventiv zu behandeln, sei „nicht zu stemmen“. Im Wald werde es keine EPS-Bekämpfung geben: „Die Forstverwaltung sieht EPS als waldtypische Gefahr an.“

EPS-Fallen an zwei Orten

Lindemann führte aus, wie die EPS-Fallen von der Gemeinde eingesetzt werden sollen. Bei den Eichen hinter dem Rathaus und beim TuS Gahlen sollen Ringe mit Fallen um die Stämme gelegt werden. Die Bürger hätten an den Eichen am Rathaus die meisten EPS-Nester gemeldet. Beim TuS Gahlen seien Eichen mit unterschiedlichen Stammbreiten, sodass man hier gut testen könne.

Waren die Auswirkungen der EPS auf die Bürger in diesem Jahr schlimmer als in den Vorjahren? Diese Frage beschäftigte Johannes Brilo (CDU). Subjektiv habe er dieses Gefühl. Marc Lindemann sagte, dass die Zahl der Rückmeldungen in diesem Jahr mindestens ebenso hoch gewesen sei wie 2018. „Die Bürger sind jetzt eher geneigt, ein Nest zu melden. Die Gefahr war nicht so bewusst in den Vorjahren.“

Engelbert Bikowksi (CDU) berichtete von vielen Nestern am Brüner Weg. Im Außenbereich könne die Gemeinde aber keine Bekämpfung leisten, so Bürgermeister Mike Rexforth: „Dann könnten wir den Bauhof verdoppeln.“ Insgesamt gebe es Tausende Nester in der Gemeinde.

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