Am 10. Juni protestierte die Gahlenerin Hildfegard Daldrup vor dem Rathaus gegen die Art und Weise, wie der Bauhof mit gemeindlichen Grünflächen umgeht. Mit Bürgermeister Mike Rexforth (l.) vereinbarte sie damals ein gemeinsames Gespräch. © Helmut Scheffler
Grünpflege

Im Schermbecker „Mäh-Streit“ ist ein Kompromiss in Sicht

Im „Mäh-Streit“ zwischen der Umweltaktivistin Hildegard Daldrup und der Schermbecker Verwaltung ist ein Kompromiss in Sicht. Im Rathaus gingen beide Seiten aufeinander zu.

In den letzten Wochen hatte sich die pensionierte Gahlener Lehrerin Hildegard Daldrup nicht nur über die Art und Weise geärgert, wie der gemeindliche Bauhof mit den gemeindlichen Grünflächen und den Straßenrandbereichen umgeht. Zweimal hatte sie sogar Mitarbeiter am Mähen gehindert.

Als Bürgermeister Mike Rexforth daraufhin ankündigte, im Wiederholungsfall die Polizei einzuschalten und Hildegard Daldrup am nächsten Tag mit einigen Jugendlichen am Gahlener Mühlenteich beschimpft wurde, nutzte Daldrup die Fragestunde für Einwohner in der letzten Ratssitzung, um ihr Bedauern über solche Vorgehensweisen zum Ausdruck zu bringen. Am Ende ihres Statements bot ihr der Bürgermeister ein Gespräch an.

Friedensgespräch im Rathaus

An diesem einstündigen Gespräch, das inzwischen im Rathaus stattfand, beteiligten sich Hildegard Daldrup, der Jugendliche Robin Lilge, Bürgermeister Rexforth, Bauhofleiter Peter Claeßen und Alexander Thomann von der Stabsstelle Förderangelegenheit als kaufmännischer Leiter des Bauhofes.

Blühwiese des Dammer Schützenvereins
Zur Beschreibung dessen, wie sich Hildegard Daldrup die Gestaltung mancher gemeindlichen Flächen vorstellt, passt ein aktuelles Foto von einer Blühwiese, die der Dammer Schützenverein westlich seines Schießstandes angelegt hat. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Beide Parteien bewerteten das gemeinsame Gespräch anschließend als „angenehm“. „Wenn alle so respektvoll wären wie der Bürgermeister, dann wäre schon viel gewonnen“, freute sich Hildegard Daldrup über die offene und faire Begegnung im Rathaus. Sie bekam ausführlich Gelegenheit, ihr Vorstellungen von der Gestaltung der Grünstreifen und Grünflächen zum Ausdruck zu bringen. Die Gemeindevertreter erläuterten ihrerseits, inwieweit sie bislang schon im Bereich des schonenden Umgangs mit Grünflächen unterwegs waren und was für die nahe Zukunft geplant ist.

Geeignete Fläche wird gesucht

Die Bereitschaft Daldrups, mit Kindern und Jugendlichen Grünflächen im Gemeindegebiet nach dem Vorbild des Erler Heimatvereins zu gestalten, fand beim Bürgermeister offene Ohren. „Wir suchen nach einer geeigneten kommunalen Fläche“, versprach der Bürgermeister.

Die Gemeindevertreter wollen auch mit der Kirchengemeinde Gahlen sprechen, um Daldrups Anliegen zu erläutern. Sie würde ganz gerne mit Kindern und Jugendlichen den nördlichen Abhang des Friedhofes zu einem blühenden Blickfang im Umfeld des Parkplatzes Törkentreck werden lassen.

Blühwiese des Dammer Schützenvereins
Zur Beschreibung dessen, wie sich Hildegard Daldrup die Gestaltung mancher gemeindlichen Flächen vorstellt, passt ein aktuelles Foto von einer Blühwiese, die der Dammer Schützenverein westlich seines Schießstandes angelegt hat. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

In Sachen Gestaltung des Streifens zwischen Gahlener Mühlenteich und Gerätehaus des Gahlener Löschzuges hatte Daldrup zuletzt besonders viel Ungeduld bewiesen. Bürgermeister Rexforth machte ihr deutlich, dass die Gemeinde erst einmal mit der Unteren Landschaftsbehörde klären muss, inwieweit Maßnahmen, die seitens der Behörde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens angeordnet wurden, aufgehoben oder verändert werden können.

Umweltaktivistin sucht Mitstreiter

Bis zur Klärung dieser Frage will Hildegard Daldrup sich darauf konzentrieren, Kinder und Jugendliche zu motivieren, sich an der geplanten Grüngestaltung von Flächen zu beteiligen. „Auch Erwachsene können gerne mitmachen“, regt Daldrup an, sich für eine Mitarbeit anzumelden (Tel. 02853/912442).

In der nächsten Zeit möchte sie auch Baumschulen und Gärtnereien kontaktieren, um zu ermitteln, inwieweit ein Interesse an einer möglichen Baumpflanzaktion oder an der Anlegung von Blühstreifen unter fachmännischer Anleitung besteht.

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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