Heimatverein plant 180.000-Euro-Projekt zur Verschönerung des Mühlenteichs

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Das Umfeld des Gahlener Mühlenteichs will der Heimatverein verschönern. Für mehr als 180.000 Euro. Wir erklären, was der Verein vorhat, und woher das Geld kommen soll.

Schermbeck

, 09.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Bürgermeister Mike Rexforth war im Haupt- und Finanzausschuss voll des Lobes: „Ich finde, das als Verein zu stemmen, ist aller Achtung wert.“ Engelbert Bikowski nannte den Aufwand, den der Verein betrieben habe, „sagenhaft“. Das „Herzstück“ des Dorfs, wie Vereinsvorsitzender Jürgen Höchst das Areal nennt, will der Verein funktional und gestalterisch aufwerten. Im Norden des Teichs soll ein neues Stauwehr an der Mühlspringe gebaut werden, das bei Hoch- und Niedrigwasser die Wasser-Regulierung für die Ehrenamtler erleichtern soll.

Grüngürtel verschwindet

Im Westen, wo in Kürze das Feuerwehrgerätehaus erweitert wird, muss eine Betonmauer in die Böschung gebaut werden, der jetzige Grüngürtel verschwindet. Der Verein plant eine weitere, niedrigere Mauer entlang des Uferwegs mit zwischenliegendem Beet zur Begrünung des Bereichs. Auch sollen mehrere Bänke in die Mauer integriert werden. Dafür muss der Weg aber in Richtung Teich verlegt werden.

Drei Leuchten müssen umgesetzt und zusätzliche Leuchten installiert werden. Im Osten des Teichs sollen die Kronen einiger Bäume, die an die Kirchwiese grenzen, „artenschutzgerecht“ beleuchtet werden. Was darunter zu verstehen ist, fragte Ulrike Trick (Grüne): „Die einzige artenschutzgerechte Beleuchtung ist der Mond.“ Trick hakte nach, wer die Folgekosten übernehme. Bislang habe der Heimatverein diese Kosten für den Bereich nicht in Rechnung gestellt, so die Antwort der Verwaltung.

Heimatverein plant 180.000-Euro-Projekt zur Verschönerung des Mühlenteichs

Der Weg soll näher Richtung Teich verlegt werden. Trittsteine sollen die Möglichkeit geben, näher ans Wasser zu kommen. © Berthold Fehmer

Von der „Seufzerbrücke“ soll bis zum Pflaster Richtung Kirchstraße der Boden gepflastert werden. Das soll Fußgängern, die Friedhof, Feuerwehr oder Kindergarten erreichen wollen, mehr Sicherheit bieten. Einige Trittsteine am Ufer sollen die Möglichkeit bieten, näher ans Wasser zu kommen.

35 Prozent Eigenanteil

Kosten der Gesamtmaßnahme: 186.515 Euro. Da der Bereich nicht im Schermbecker Stadtumbaugebiet liegt, sind darüber keine Fördermittel möglich. Aber es gibt das Landesprogramm „Dorferneuerung“, das Vereinen Projekte mit 65 Prozent fördert. Allerdings muss der Verein sagen, wie er an die 35 Prozent Eigenanteil kommen will. Mit der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Kreis Wesel habe der Verein das Projekt besprochen, so Rexforth: „Es gab unglaublich viele Gespräche.“

Für die fehlenden etwa 65.000 Euro will die Gemeinde nach Beschluss des Ausschusses die Gewähr übernehmen, wenn der Rat zustimmt. Doch dieser Betrag soll reduziert werden. „Wir beabsichtigen, den Eigenanteil durch das Werben und Einholen von Spenden zu erwirtschaften“, so Höchst. Bei der SL NaturEnergie Stiftung sei ein Zuschussantrag über 10.000 Euro eingereicht, berichtete Rexforth: In dieser Woche soll die Entscheidung gefällt werden.

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