Heimatverein Gahlen kritisiert Hildegard Daldrup - Gemeinde reagiert

dzHildegard Daldrup

Mit deutlichen Worten kritisiert der Heimatverein Gahlen die Aktivitäten der Klimaschutzaktivistin Hildegard Daldrup am Mühlenteich. Nun reagiert die Gemeinde.

Schermbeck

, 26.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vorstand des Heimatvereins Gahlen schildert in einer Stellungnahme, in der Hildegard Daldrup kritisiert wird, welcher Planungsprozess zur jetzigen Situation am Mühlenteich führte. Nach Bekanntwerden der Pläne für die Stützwand, die für die benötigte Ausfahrt der neuen Fahrzeughalle der Feuerwehr gebaut werden sollte, habe der Verein das Landschaftsbüro Vennemann gebeten, „sich Gedanken zu machen, wie man eine solch brachiale Wand möglichst harmonisch in unser Dorfbild integrieren kann“.

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Dirk Vennemann schlug eine 50 Zentimeter hohe Mauerscheibe vor, wodurch ein Hochbeet entlang des Mühlenteichs entstehen soll. Dies biete die Möglichkeit einer „optimalen Bepflanzung bei gleichzeitig einfacher Pflege“, so der Heimatverein - auch die Politik stimmte Ende 2019 zu.

„Rücksichtslos und gegen den Wunsch weiter Teile der Dorfgemeinschaft“

Die Aktivitäten Hildegard Daldrups, die die gerodete Böschung bepflanzt hat und dafür auch Kinder begeistern will, sieht der Heimatverein kritisch. Daldrup halte sich nicht an die Regeln, habe Gemeinde- und Firmenmitarbeiter bei ihrer Arbeit behindert. Gesprächsangebote seitens des Bürgermeisters und des Heimatvereins seien fruchtlos geblieben. Daldrup verfolge „ihre persönlichen Ziele rücksichtslos und gegen den Wunsch weiter Teile der Dorfgemeinschaft und auch der Gemeinde Schermbeck“.

Bei einer mehrstündigen Pflanz- und Spielaktion am 15. August wurde unter Leitung der Umwelt-Aktivistin Hildegard Daldrup auch gemeinsam musiziert.

Bei einer mehrstündigen Pflanz- und Spielaktion am 15. August wurde unter Leitung der Umwelt-Aktivistin Hildegard Daldrup auch gemeinsam musiziert. © Helmut Scheffler (A)

Der Vorstand: „Ist es richtig, sich gegen Mitarbeiter der Gemeinde in Ausübung ihrer Pflicht für die Gemeinschaft zu stellen und kann es richtig sein, Kinder und Jugendliche für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren und zu manipulieren?“ Auch die Frage, ob es sinnvoll sei, während einer Pandemie zu Versammlungen aufzurufen, müsse gestellt werden. Hildegard Daldrup entgegnet, es seien Nachbarkinder gewesen, jedes sei von einem Elternteil begleitet gewesen. „Wie soll ich denn da manipuliert haben?“

Daldrups „widerrechtliche Gestaltung“ des Mühlenteichumfelds entspreche „nicht annähernd unseren Vorstellungen von einem harmonischen Dorfbild und sollte unserer Ansicht nach umgehend gestoppt und rückgebaut/abgeändert werden“, fordert der Vorstand des Heimatvereins.

„Werden das nicht akzeptieren“

Gerd Abelt, Vertreter des Bürgermeisters, sagte am Dienstagabend zu den Aktivitäten Daldrups: „Das ist unser Grundstück und wir werden das nicht akzeptieren. Wir werden sie auffordern, diesen illegal herbeigeführten Zustand in den ursprünglichen zurückzuversetzen.“ Man habe Daldrup angeboten, sich in die Gestaltung des Bereichs, die mit Fördermitteln erfolgen soll, mit einzubringen. „Das hat sie nicht in Anspruch genommen, sondern einfach gemacht.“

Daldrup werde nun aufgefordert, alle Veränderungen zu beseitigen - „in einem angemessenen Zeitraum“, so Abelt. „Aber auch nicht allzu lange.“ Daldrup hatte etwa mit ihrer Enkelin einen Apfelbaum gepflanzt. „Wenn der Baum angegangen ist, macht ihm das auch keinen Spaß, wenn er ständig versetzt wird“, so Abelt. Folge Daldrup der Aufforderung der Gemeinde nicht, werde man rechtliche Schritte einleiten.

Daldrup beharrt, dass ihr niemand das Pflanzen untersagt habe. Erst am Freitag habe sie mit Bürgermeister Mike Rexforth und Heimatvereins-Vorsitzendem Jürgen Höchst besprochen, dass die Pflanzen bis zum nächsten Frühjahr stehen bleiben, dann zwischengelagert werden sollten und sie anschließend mit Kindern und Landschaftsgärtner die Bepflanzung vornehmen könne. Das bestreitet Rexforth: Er habe Daldrup vor Zeugen gesagt, dass er weitere Pflanzungen untersage. Und Daldrup aufgefordert, die widerrechtlichen Anpflanzungen zu entfernen. „Feierabend. Ende der Diskussion“, so Rexforth.

Daldrup: „Ich werde das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen. Ich gebe nicht einfach klein bei.“ In Richtung Heimatverein sagt Daldrup: „Sollen sie sich doch freuen, dass da Blumen wachsen.“

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