Grüne befürchten Corona-Infektionen in zu vollen Schulbussen

dzSchulbusse

Über die Enge in Schulbussen beklagen sich laut Ulrike Trick (Grüne) viele Eltern. Sie erwartet eine Verschlechterung der Situation in den nächsten Monaten. Nach einer Lösung wird gesucht.

Schermbeck

, 10.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In ihrem Antrag an die Schermbecker Gemeindeverwaltung schreibt die Fraktionsvorsitzende: „Diese schon jetzt drangvolle Enge wird sich in den nächsten Monaten noch steigern, da bei schlechter Witterung und morgendlicher Dunkelheit viele Nutzer vom Fahrrad auf den Bus umsteigen. Eine ausreichende Entlüftung wird dann noch weniger möglich sein. Bei weiterhin steigenden Infektionszahlen vergrößert sich so die Gefahr der Übertragung von Covid-19 innerhalb der Schülerschaft und anschließend auch der gesamten Bürgerschaft.“

Ein erweitertes Angebot im Schülerspezialverkehr für Schülerinnen und Schüler sei dringend erforderlich, so Trick. Die Landesregierung hatte zum Schuljahresbeginn für zusätzliche Busse Gelder bewilligt - ursprünglich nur bis zu den Herbstferien. Nun wurde diese Finanzspritze bis Jahresende verlängert.

„Angebot im Schülerspezialverkehr erweitern“

Die Grünen bitten die Gemeinde darum, „Kontakt zu dem Schulbusunternehmen aufzunehmen, um festzustellen, wie viel Kapazität an Bussen und vor allem an Fahrern vorhanden ist, um das Angebot im Schülerspezialverkehr zu erweitern und somit einem weiteren Infektionsgeschehen entgegenzuwirken“.

Das Ergebnis dieser Gespräche solle mit einer Berechnung des zu erwartenden Zuschusses und der Mehrkosten der Politik vorgelegt werden. Es könne im Sinne der Gesundheit der Schüler und letztlich aller Bürger sinnvoll sein, „das erweiterte Schulbusangebot aus Gemeindemitteln zu finanzieren“, so Trick.

„Das Problem liegt an anderer Stelle“

„Das Problem liegt an anderer Stelle“, sagt hingegen Gerd Abelt, Vertreter des Bürgermeisters auf Anfrage der Redaktion. „Uns würde das keine zusätzlichen Kosten verursachen.“ Das Problem sei, dass man erst einmal die Kapazitäten haben müsste.

Schon zum Start des Schuljahrs, als die Witterung noch eine andere gewesen sei, habe sich die Gemeinde beim Busunternehmen erkundigt. „Das Problem ist, dass beim Betreiber des Schülerspezialverkehrs die Kapazitäten sehr begrenzt sind.“

„Ich kenne die Kalkulation nicht“

Aber was ist mit Busunternehmen, die eher in der Reisebranche tätig sind, und deren Busreisen derzeit in eher geringerem Maße stattfinden? „Man sieht wenig Busse über die Autobahn fahren“, sagt auch Abelt. Allerdings werde sich ein Busunternehmer von außerhalb gut überlegen, „ob er für eine morgendliche Fahrt nach Schermbeck kommt“. Die Wirtschaftlichkeit sei vermutlich schwer herzustellen, so Abelt, der aber auch sagt: „Ich kenne die Kalkulation nicht.“

Ist es denn derzeit in den Bussen tatsächlich schon zu voll? „Zu voll - das ist ein weiter Begriff und liegt sicherlich auch im Auge des Betrachters“, sagt Abelt. Klar sei, das bei schlechter werdendem Wetter die Bereitschaft der Schüler und Eltern abnehme, den Weg zur Schule mit dem Rad zurückzulegen. „Es wird mit Sicherheit in den Bussen voller werden“, erwartet auch Abelt.

Tatsächlicher Notstand oder subjektives Empfinden?

„Wir müssten uns das nochmal anschauen und in die Busse reingehen“, kündigt Abelt an: „Das haben wir aber noch nicht getan.“ Dann müsse geklärt werde, ob die Enge in den Bussen ein subjektives Empfinden sei, „oder die Zumutbarkeit schon erreicht ist“. Im letzten Fall müsse man sich Gedanken machen, wie man das Angebot ausbauen könne.

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