Ein solcher Beutel mit vergiftetem Brot wurde Ende März in Schermbeck gefunden. Seitdem häufen sich die Giftköder-Funde. © Carmen Höchst
Giftköder

Giftköder-Alarm: Hündin erleidet schwere Verätzungen

Schwere Verätzungen hat eine Hündin erlitten, die am Mittwoch in Schermbeck von einem Giftköder gefressen hat. Die Flüssigkeit ist so aggressiv, dass sie sogar durch Gummi-Handschuhe dringt.

Carmen Höchst, die ihre Hündin Maila zur Giftköder-Suchhündin ausbilden ließ, wurde am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr von der Tierarzt-Praxis Schneyer kontaktiert. Dort wurde zunächst die betroffene Hündin behandelt, dann aber zur Tierklinik weitergeleitet. „Sie kämpft dort immer noch um ihr Leben“, sagt Carmen Höchst. „Sie hat schwere Verätzungen im Mundraum und in der Speiseröhre.“

Carmen Höchst, Maila und die Hundehalterin trafen sich gegen 19 Uhr vor Ort am Parkplatz gegenüber der Gaststätte Ramirez, wo sie einen ganzen Beutel mit Toastbrot-Stücken fanden, die durchtränkt waren von einer „stechend-riechenden Flüssigkeit“. Laut Höchst roch die Flüssigkeit „wie Aceton oder Wasserstoffperoxid“.

Giftköder-Suchhündin Maila entdeckte weitere giftige Toastbrot-Stücke.
Giftköder-Suchhündin Maila entdeckte weitere giftige Toastbrot-Stücke. © Carmen Höchst © Carmen Höchst

Die Hundehalterin habe den Beutel aufgehoben und dabei Einweghandschuhe getragen. „Trotzdem hatte sie Blasen und Verletzungen an den Händen.“ Auf die Frage, warum Hunde an solche Köder gehen, obwohl es für Menschen so unangenehm riecht, sagt Höchst: „Für Hunde riecht das scheinbar interessant.“

Weitere Giftköder gefunden

Höchst und die Hundehalterin erhielten von einer weiteren Hundehalterin den Hinweis, dass auch an dem Weg Gietlingswiese, wo der Radweg über den Mühlenbach geht, weitere Toaststücke gefunden wurden. Höchst und ihre Hündin Maila gingen auch dort auf die Suche und fanden tatsächlich weitere Giftköder.

Für Hundehalter schwer im Laub zu sehen, sind die giftigen Toastbrot-Stücke. © Carmen Höchst © Carmen Höchst

„Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass wir alles eingesammelt haben“, sagte Höchst am Donnerstagmorgen. Sie habe die Suche abbrechen müssen, als ihre Hündin müde wurde. Noch am Donnerstag wolle sie aber weitersuchen. Dabei müsse sie auch sehr auf ihre Hündin Maila aufpassen, dass diese nicht mit der giftigen Flüssigkeit in Berührung komme und diese womöglich von den Pfoten lecke.

„Da gibt sich jemand richtig Mühe“, sagt Carmen Höchst über den Täter. Und: „Derjenige wird nachlegen – da gehe ich von aus.“ Sie habe auch gehört, dass sogar ein zweiter Hund betroffen sein solle, könne das aber nicht bestätigen.

Warnhinweise aufgehängt

Polizei und Ordnungsamt wurden verständigt. Polizeisprecherin Andrea Margraf sagte am Donnerstagmorgen, dass bislang keine Anzeige erstattet worden sei. Theresia Meyer von der Verwaltung sagte nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt, dass Ordnungsamt und Bauhofmitarbeiter vor Ort Warnhinweise aufgehängt hätten. Und zudem nach weiteren Giftködern gesucht werde.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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