Gesamtschüler wetteiferten mit Reimen

Poetry Slam

Vor allem gesellschaftskritische Texte hörten die etwa 100 Besucher am Donnerstagabend im Evangelischen Jugendheim YOU beim ersten Poetry Slam der Gesamtschule Schermbeck zu hören. Elf Schüler trugen ihre gereimten Werke vor.

SCHERMBECK

von Lenja Hülsmann

, 20.03.2015, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dorothea Benitez Sanchez gewann mit ihrem Text "Schönheit reduziert" den Poetry Slam der Gesamtschule Schermbeck.

Dorothea Benitez Sanchez gewann mit ihrem Text "Schönheit reduziert" den Poetry Slam der Gesamtschule Schermbeck.

Nadja Buttler ist mit 15 Jahren die Jüngste unter den Slammern der Gesamtschule. Ihren Text „Date“ geht die Neuntklässlerin kurz vor dem Auftritt nochmal durch. „Ich bin echt aufgeregt. Es war außerdem nicht einfach, die Ideen, die man hatte, selbst aufs Papier zubringen.“ Poetry Slam bedeutet nichts anderes als einen Wettkampf unter Dichtern, bei dem es um „das gesprochene Wort“ geht. „Im letzten Jahr haben einige unserer Schüler an einem Workshop mit dem Rapper Schlakks teilgenommen. Das war Auslöser für unsere Idee“, sagt Deutsch- und Geschichtslehrerin Sandra Rosorius, die das Projekt leitet.

Egoismus als größte Gefahr

Anna-Maria Galic, Schülerin der Q1, eröffnet den Poetry Slam mit ihrem Text „Gemeinsam einsam“, der das Publikum gleich in gute Stimmung bringt. Auch Dorothea Benitez-Sanchez nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit ihrer witzigen Art kritisiert sie „unsere heile Hashtag-Welt“, die sich um ein blau-schwarzes oder weiß-goldenes Kleid den Kopf zerbricht. Den Egoismus als größte Gefahr erkennt Lara Franken in ihrem Text. Wie viele von den 29 200 Tagen, die wir im Durchschnitt leben, vergeudet werden, macht Schülerin Jana Rinder in ihrem Vortrag deutlich.

„Gelungener Abend“

„Die Vorträge sind total ansprechend, kreativ und gesellschaftskritisch. Ein gelungener Abend“, zeigt sich Zuschauerin Melina Hopp begeistert. Zu entscheiden, wer hier am besten ist, fällt nicht nur ihr schwer. Nach knapp zwei Stunden Programm, unter anderem mit einigen Musikeinlagen in den Pausen, muss die Jury, bestehend aus drei Lehrern, aber ein Urteil fällen. Auch wenn, in Jugendsprache ausgedrückt, alle „der Hammer waren“, wie Schulleiter Norbert Hohmann findet, konnten zwei Sieger auserkoren werden: Lara Franken aus der Q2 und Dorothea Benitez-Sanchez aus der Q1, die ihren ersten Platz jedoch mit allen anderen teilen. Fest steht schon jetzt: Es wird weitere Poetry Slams geben. 

Lesen Sie jetzt