Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Geocaches zeigen die jüdische Geschichte Schermbecks

Geocaching

Jüdische Geschichte in Schermbeck haben die Gesamtschüler auf neue Art erfahrbar gemacht. Mit Geocaches wollen sie Schermbecker und Auswärtige für markante Punkte im Ort interessieren.

Schermbeck

, 19.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Geocaches zeigen die jüdische Geschichte Schermbecks

An den Stolpersteinen der Familie Schönbach an der Georgstraße ist eine Station des Geocaches zur jüdischen Geschichte Schermbecks. Die Schermbecker Gesamtschule haben mit dem Jüdischen Museum Dorsten die Familiengeschichte auf neue Art erfahrbar gemacht. © Berthold Fehmer

Vier Stolpersteine der jüdischen Familie Schönbach an der Georgstraße sind der Startpunkt der „GPS-gestützen Schnitzeljagd“, wie Lehrer Kai Heister das Geocaching beschreibt. Was man dafür braucht? Ein Smartphone genügt, wobei es auch spezialisierte GPS-Geräte gibt, die man laut Museumspädagogin Antje Thul in Dorsten in der Stadtinfo oder im Jüdischen Museum Westfalen ausleihen kann.

Das Jüdische Museum hatte vor zwei Jahren den Friedhofsführer „Der Jüdische Friedhof in Schermbeck“ erstellt, wie Elisabeth Schulte-Huxel vom Vorstand berichtete. Dafür wurden viele Informationen aus Schermbecker Archiven und bei Instituten zusammengetragen. Dieser „kleine Leitfaden“ bot die Grundlagen für die neuen Geocaches.

Antje Thul: „Wir haben versucht, einen niederschwelligen Zugang zu einem schwierigen oder vergessenen Thema zu schaffen.“ Der Jüdische Friedhof liege mitten in Schermbeck, Besuchern fehlten aber oft Informationen dazu. „Einen Leitfaden kann man bei uns im Museum kaufen, aber sich mit einem Buch auf einen Friedhof zu stellen, ist auch nicht der Weg für Jedermann.“

„Funktioniert an Schulen sehr gut“

Sie, Heister und die Schüler setzten hingegen darauf, dass die Besucher sich das Thema selbst durch kleine Rätsel und ein bisschen Knobeln erschließen. „Das funktioniert an Schulen sehr gut“, sagt Thul. Und es funktioniert auch in Schermbeck, wie man bereits an der Resonanz von Geocache-Fans ablesen kann, die schon vor der offiziellen Vorstellung die Punkte abgegangen sind, die man seit Januar etwa auf der Seite www.geocaching.com sehen kann.

Sie erfuhren unter anderem, wie das Haus der Familie Schönbach in der Pogromnacht von SS-Angehörigen zerstört wurde, und dass Hugo, Amalie, Else und Mirjam Schönbach ins Ghetto nach Riga deportiert wurden, von wo sie nicht mehr zurückkehrten.

Wer nicht auf ein GPS-Gerät setzt, kann sich etwa die App „c:geo“ auf das Smartphone laden, die Geocaches in der Nähe anzeigt. „Die jüdische Geschichte Schermbecks“ heißen die beiden Punkte in Schermbeck an der Georgstraße und am Jüdischen Friedhof. Etwas sperriger ist die Nummer, die Geocaches automatisiert erhalten: GC81FCD.

Nur mit Kopfbedeckung auf den Friedhof

Bereits zu Beginn werden die Nutzer über die Gemeinschaftsarbeit der Schüler und der Museumspädagogen informiert und darüber, dass der Friedhof freitagsabends bis samstagabends nicht betreten werden darf. Und darüber, dass Männer auf dem Friedhof aus Respekt eine Kopfbedeckung tragen sollten.

Auf dem Friedhof gilt es, wie an der Georgstraße eine kleine Aufgabe zu lösen um zum „Final“ zu gelangen. Man erhalte Koordinaten, die man fußläufig erreichen könne, so Heister, wo eine Dose zu finden ist. Darin liegt ein Logbuch, „wo man sich eintragen kann und damit sagen kann, dass man den Geocache gelöst hat“, so Schülerin Charlotte Stamm. Auch ein Friedhofsführer ist in der Dose zu finden.

Finanziert wurde das Projekt von der Volksbank und der Ton Stiftung Nottenkämper.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt