Gemeinde will Rheinisch-Westfälischen Hof verkaufen

dzEhemalige Flüchtlingsunterkunft

Die Gemeinde Schermbeck will den Rheinisch-Westfälischen Hof verkaufen: eine ehemals traditionsreiche Gaststätte, die zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wurde.

Schermbeck

, 22.12.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ehemalige Hotel und Gasthaus, das seinen Namen aufgrund der durchs Grundstück verlaufenden Grenzen zwischen Rheinland und Westfalen erhielt, war fast 100 Jahre in Familienbesitz. Zwei Jahre stand die Immobilie leer, bis die Gemeinde ihn 2015 kaufte, um dort Flüchtlinge unterzubringen.

240.000 Euro kostete der Erwerb damals. Dass die Immobilie an der Mittelstraße in Ortskernlage vorher nicht zu verkaufen war, begründete Bürgermeister Rexforth damit, dass unter anderem für eine neue Konzession hohe Nachfolge-Investitionen notwendig gewesen wären.

Keine „große Lösung“

Seit dem dritten Quartal 2017 wird das Gebäude „nicht mehr als Asylunterkunft genutzt und künftig auch nicht genutzt werden“, so Winfried Thomann von der Verwaltung. Zwischenzeitlich hatte es Überlegungen gegeben, dass die Kirchengemeinde dort ein Pfarrheim betreiben könne. Denn bei der von Rexforth präferierten „großen Lösung“ für den Edeka-Markt und Wohnungen an der Erler Straße wäre auch das bestehende Ludgerus-Pfarrheim überplant worden. Doch daraus wurde bekanntlich nichts.

Entsprechend dem Grundsatz einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung sei es angezeigt, die Liegenschaft wieder zu veräußern, so Thomann. Dafür sei das „Bieterverfahren“ besonders geeignet.

Ein Bieterverfahren funktioniert anders als eine normale Vermarktung. Der Verkäufer gibt keine Preisforderung ab, stattdessen werden Kaufinteressenten um ein Angebot gebeten. Dadurch solle eine Wettbewerbssituation entstehen, so Thomann, „die zum Anstieg des Kaufpreises führen kann“. Es könne aber auch ein Minimalgebot (= geschätzter Marktwert) vorgegeben werden, um zu niedrige Angebote auszuschließen.

Entscheidungsgewalt bleibt bei der Gemeinde

Auch nach Ende des Bieterverfahrens hätte die Gemeinde weiterhin die Entscheidungsgewalt. Die Gemeinde könnte das Höchstgebot annehmen oder den Verkauf ablehnen. Ob und zu welchem Preis verkauft wird, bleibt der Gemeinde überlassen.

Die Verwaltung befürwortet, einen erfahrenen Makler zu engagieren, „der alle Kanäle optimal einsetzt“, so Thomann. Auch solle dieser den voraussichtlichen Marktwert bestimmen. Der gegenwärtige Bodenrichtwert der Grundstücksfläche (447 Quadratmeter) ohne Immobilien liegt bei rund 116.000 Euro.

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss entscheidet am 14. Januar in einem Grundsatzbeschluss, ob und wie die Immobilie veräußert werden soll.

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