Die Rodung in einem Waldstück in Gahlen stieß zwar auf die Kritik mehrerer Bürger, war aber laut des zuständigen Revierförsters völlig in Ordnung. © Helmut Scheffler
Buchen gefällt

Förster weist Kritik an Rodungsarbeiten in Gahlen zurück

Als an der Waldaustraße in Gahlen etliche Bäume gefällt wurden, glaubten viele Bürger an einen Regelbruch. Doch im Wald darf immer gerodet werden, vor allem, wenn es der Sicherheit dient.

Als vor 14 Tagen an der Waldaustraße im Schermbecker Ortsteil Gahlen zahlreiche Bäume gefällt wurden, meldeten sich gleich mehrere Bürger. Dass gleich eine zusammenhängende Fläche gerodet wurde, besorgte sie besonders.

Die Gemeinde Schermbeck war vom Gartroper Eigentümer nicht informiert worden. „Arbeiten im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung werden grundsätzlich von den Forstbehörden begleitet“, teilte die Pressstelle des Kreises Wesel als Antwort auf die Frage nach einer Genehmigung der Baumfällaktion mit. Die Pressestelle verwies auf das Regionalforstamt Niederrhein in Wesel als Ansprechpartner.

Revierförster bestätigt schlechten Zustand der Bäume

„Die Aktion war völlig in Ordnung“, teilte der für Schermbeck und Drevenack zuständige Revierförster Ulrich Körschgen mit. Es habe sich um eine Maßnahme der Verkehrssicherung gehandelt. Bereits im vergangenen Jahr habe man den schlechten Zustand des Buchenbestandes deutlich sehen können. „Die Kronen waren stark verlichtet“, schildert Körschgen den Zustand des Buchenbestandes.

Nach dem Fällen der Bäume wurde deutlich, dass der schlechte Zustand der Bäume richtig eingeschätzt worden war. „Die Holzpolter zeigen“, so Körschgen, „dass die Bäume teilweise eine Weiß- oder Braunfäule aufweisen und manche hohl sind.“ Trockenheit und Hitze der letzten Jahre hatten den Buchen zugesetzt.

„Wäre es dort zu einem Unfall gekommen, hätte der Eigentümer haften müssen“, verweist Körschgen auf das richtige Handeln des Eigentümers. Das gerodete Waldstück befindet sich in unmittelbarer Nähe des Wanderparkplatzes an der Waldaustraße.

Im privaten Garten ist starker Rückschnitt ab 1. März verboten

Die Kritik am Zeitpunkt der Rodungsarbeiten in der zweiten März-Hälfte erwies sich ebenfalls als nicht berechtigt. Zwar ist es vom 1. März bis zum 30. September gesetzlich verboten, Hecken und Gehölze stark zurückzuschneiden, aber das gilt nur für Bäume und Sträucher außerhalb des Waldes. „Waldflächen sind von diesem Verbot ausgenommen“, heißt es auf der Internet-Seite www.forstpraxis.de, dem Portal für Förster und Waldbesitzer. Dieser Unterschied führe jedes Jahr zu Missverständnissen.

Eine Erklärung für die Regel gibt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW: „Während in Gärten und Städten die Gehölze regelmäßig jedes Jahr stark beschnitten und gepflegt werden, gibt es im Wald langjährige Ruhephasen, in denen kein Baum gefällt wird. Damit kommt es viel seltener zu Störungen der Tiere in ihrer sensiblen Fortpflanzungsphase. Des Weiteren fehlt bei Gartengrün, Hecken und Einzelbäumen oft eine Alternative für die Tiere. Fällt im Wald ein Baum, stehen fünf andere daneben. In der Stadt sind Hecken und Sträucher wichtige Inseln für unsere Tiere, besonders für die heimischen Vögel.“

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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