Firma Willi Kroes ist spezialisiert auf Galvanotechnik

Ratsmitglieder zu Besuch

Tote zum Leben erwecken: Das war eigentlich das Ziel des italienischen Arztes Luigi Galvani (1737-1798). Mit Stromreizen und Fröschen experimentierte er und vergaß eines Abends, sein Experiment abzuschalten. Am nächsten Morgen hatte er so zufällig die Technologie erfunden, die heute von der Willi Kroes GmbH in Schermbeck weltweit exportiert wird.

SCHERMBECK

, 03.11.2015, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Firma Willi Kroes ist spezialisiert auf Galvanotechnik

Auch der Opel-Blitz aus Kunststoff, den der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski hält, wurde mit aus Schermbeck stammender Technik galvanisiert und verchromt.

Rüdiger Kroes, kaufmännischer Leiter, und Geschäftsführer Detlev Kroes führten am Donnerstag ein Dutzend Ratsmitglieder durchs Unternehmen, das von Vater Willi Kroes 1976 als Niederlassung einer anderen Firma in Dorsten gegründet wurde. 1981 zog man nach Schermbeck. "Wir waren hier im Heetwinkel die Ersten", sagt Rüdiger Kroes. 1994 wurde das Unternehmen eigenständig, seit 1999 leitet Detlev Kroes die GmbH, die derzeit etwa 25 Mitarbeiter beschäftigt.

Strom und Chemie

Ob Parfum-Flakons, Mercedes-Stern am Auto oder Flügel-Teil vom Airbus-Flieger: Unterschiedlichste Anwendungsbereiche findet die Galvanotechnik, bei der mittels Strom und Chemie Metall auf Bauteile aufgetragen wird. Viel Know-how ist dabei erforderlich und so herrscht in den Schermbecker Werkshallen Fotografie-Verbot.

Die Schermbecker Firma baut die Anlagen, die Platinen in Handys bedampfen oder auch Motorteile in Autos haltbarer machen. "Eine der am dynamischsten wachsenden Branchen in Deutschland", nennt Rüdiger Kroes das Geschäftsfeld des Unternehmens.

Arbeit mit Hitze und Chemie

Bei Zierleisten in Autos oder Flakons dient das Galvanisieren der Optik. Im Flugzeugbau etwa müssen die galvanisierten Teile mittels aufwendiger Verfahren auf Risse geprüft werden. Im Motorraum von Autos sollen die beschichteten Teile länger der Korrosion standhalten.

"Geht es der Automobilbranche gut, geht es der gesamten Branche gut", sagt Detlev Kroes. Derzeit baut die Firma zwei Anlagen für eine Firma im Sauerland, deren Anlage abgebrannt ist. "Das ist nicht außergewöhnlich", sagt Detlev Kroes, da schließlich mit Hitze und Chemie gearbeitet werde. In der gewünschten Kürze der Zeit kann die Willi Kroes GmbH diesen Auftrag aber nur abarbeiten, indem ein zusätzliches Zelt auf dem Firmengelände aufgestellt wurde. Man denke über den Bau einer weiteren Halle, es wäre die vierte, nach.

Hinweis auf Probleme

Den Besuch der Ratsmitglieder nutzten die Firmenchefs auch dafür, auf einige Probleme hinzuweisen. Angefangen von der flackernden Straßenlaterne vor dem Firmentor. Über den Wunsch nach einer leistungsfähigen Datenanbindung (Stichwort Glasfaser). Oder: die mangelhafte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die es schwierig mache, geeignete Auszubildende zu finden. Bis hin zur Einschätzung, dass mehr für die Sicherheit getan werden müsse. Man sei als metallverarbeitender Betrieb bereits dreimal bestohlen worden. Ein Diebstahl pro Woche am Heetwinkel sei Minimum, erklärte Detlev Kroes.  

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