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Feste Anlaufstelle für Kinder- und Jugendhilfe

"Gemeinsam leben"

Eine feste Anlaufstelle für Kinder- und Jugendhilfe hat die Gagu-Zwergenhilfe an der Mittelstraße 34 eröffnet. "Gemeinsam leben" heißt der neue betriebliche Teil des ehrenamtlich geführten Vereins, der in Zusammenarbeit mit Jugendämtern der Region seit dem 1. August mit 18 Mitarbeitern Familien unterstützen will.

Schermbeck

, 01.10.2015 / Lesedauer: 3 min
Feste Anlaufstelle für Kinder- und Jugendhilfe

Heinrich Brinkmann ist neuer Geschäftsführer und pädagogischer Leiter des Jugendhilfe-Angebots der Gagu-Zwergenhilfe "Gemeinsam leben".

„Das, was wir vorher schon ehrenamtlich gemacht haben, auf ein festes Fundament stellen.“ Dies sei, so Gagu-Vorsitzende Gudrun Gerwien, das Ziel für „Gemeinsam leben“. Mit Heinrich Brinkmann habe man einen Geschäftsführer und pädagogischen Leiter gefunden: „Wir brauchen von ihm nicht nur die Fachlichkeit und Kompetenz, sondern auch den Menschen“, so Gerwien.

"Richtig erschrocken"

Brinkmann (52, verheiratet, drei Kinder) hat Erzieher gelernt, Sozial- und Erziehungswissenschaften studiert und ist dann auf BWL umgeschwenkt. Erfahrung sammelte er im Heimbereich, später in der ambulanten Hilfe. „Richtig erschrocken“, sei er gewesen, als das Angebot der Gagus zu einem Neuanfang kam, sagt der Rekener. „Da hatte ich schon eine schlaflose Nacht.“ Er sagt aber auch: „Wenn man ein Angebot von Gagu bekommt, kann man es nicht ablehnen.“ Der Verein leiste anerkannt gute Arbeit im Kreis Wesel und in Afrika. „Ich sehe es als Verpflichtung an, den guten Namen in der Kinder- und Jugendhilfe weiterzutragen.“

Dass dies Herausforderungen mit sich bringe, „die wir noch nicht absehen können“, verschweigt Brinkmann nicht und erinnert etwa an 30 000 sogenannte „UMF“ – unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die derzeit in Deutschland leben. Oder an die Kassenlage der Kommunen. „Gemeinsam leben“ wolle einen Beitrag und vernünftige, solide Arbeit zu vernünftigen Kosten leisten.

„Krisenhafte Situationen“

Wie soll das konkret aussehen? Integrationsarbeit in den Schulen leisten Mitarbeiter von „Gemeinsam leben“ bereits jetzt für Kinder mit Behinderungen oder sozialen Auffälligkeiten. Familienhilfe ist das zweite Standbein. „Wir unterstützen in krisenhaften Situationen, etwa bei Trennungen oder dem Tod eines Elternteils“, so Brinkmann. In die Situation, Hilfe zu benötigen, kämen nicht nur sozial schwache Familien. Kinder seien heute großen Stress ausgesetzt, sagt Brinkmann, und nennt die Stichwörter Smartphones („100 Freunde bei Facebook, aber keinen im realen Leben“) oder Ganztagunterricht. Die Mitarbeiter von „Gemeinsam leben“ analysierten bei Problemen die Kinder und stabilisierten sie – „wir treten aber nicht als Besserwisser auf“, so Brinkmann.

Für diese beiden Bereiche arbeitet „Gemeinsam leben“ eng mit den Jugendämtern, etwa der Kreise Wesel und Recklinghausen zusammen. „Schnell und effizient helfen“ wolle man, so Brinkmann. Deshalb setze man ausschließlich auf pädagogisch ausgebildetes Personal (Heilpädagogen, Erzieher, Integrationshelfer, Familienpfleger), das zudem vom Psychologen im Team auf spezielle Problemfälle und Krankheitsbilder vorbereitet werde. Die Transparenz, mit der man vorgehe, sollte sich auch in den Räumlichkeiten an der Mittelstraße widerspiegeln, so Brinkmann. Dort will man im eigenen Schulungsraum in Zukunft auch Eltern schulen. Brinkmann: „Etwa zu Themen wie Pubertät oder zur Schulwahl“. 

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