Auf dem Gelände des Hofes Haferkamp im Gahlener Aap verlegten die Feldbahnfreunde die ersten Gleise für die geplante Nordstrecke (Lippe-Strecke) verlegt. © Helmut Scheffler
Feldbahn

Feldbahnfreunde erweitern Gahlener Gleisstrecke nach Norden

Die Feldbahnfreunde haben mit dem Bau einer neuen Gleisstrecke zur Lippe hin begonnen. Etwas Geduld braucht es aber noch, bis die ersten Fahrten darauf unternommen werden können.

Am Donnerstag vergangener Woche konnte mit mit einem Projekt begonnen werden, für das die Baugenehmigung schon lange vorliegt. Ende Mai 2019 wurde der erste Spatenstich für die Erweiterung der Schmalspurstrecke im Gahlener Aap gesetzt, doch die Pandemie verhinderte seit März 2020 den Ausbau.

Umso mehr freuten sich Michael Gorris, Rainer Deutzmann, Herbert Michalczak, Ilma Jansone und John van Rooij, die ersten Gleise für die 500-Meter-Strecke in Richtung Lippe verlegen zu können. Gleise für etwa 200 Meter Strecke haben die Feldbahnfreunde von ihren Freunden in Serrig bekommen. Dort war eine Feldbahn bis 1992 im Weinbau im Betrieb. Nach der Privatisierung des Weinbaubetriebs wurden die Gleise nicht mehr benötigt.

Schienen-Geschenk aus Norddeutschland

Im Dezember 2020 erhielten die Feldbahnfreunde aus Norddeutschland ein vorweihnachtliches Geschenk der allerfeinsten Art. Die Firma Euflor Humuswerke hat dem Verein etwa 550 Meter Schienen und zwei Weichen geschenkt, die für den Ausbau der Feldbahnstrecke verwendet werden sollen.

Fahrten auf der neuen Strecke werden wohl frühestens 2022 möglich werden. Auf der Südstrecke Richtung Sportplatz sollen bis spätestens zu den Sommerferien Fahrtage angeboten werden – jeweils mittwochs zwischen 15 und 18 Uhr, weil sich an diesem Tag die Feldbahnfreunde sowieso zu ihren Arbeitseinsätzen im Aap treffen. Termine werden zeitnah bekannt gemacht.

Wagen für Menschen mit Behinderung umgebaut

Wo die Arbeit einzelner Vereinsmitglieder möglich war, wurde auch in den vergangenen Monaten eifrig gewerkelt. So hat Herbert Loges einen Plattformwagen zu einer Sitzkarre umgebaut, um künftig auch Menschen mit einer körperlichen Behinderung Fahrten mit der Feldbahn zu ermöglichen.

Einzelarbeit war auch im Rahmen der Arbeiten an der Lokomotive Diema DS 28 möglich. Diese Lok kann schon bald dem Partnerverein in Serrig bei Saarburg übergeben werden. Mitte März fand in Gahlen eine Probefahrt statt, an der auch Christoph Halbe, der stellvertretende Hofgutleiter und Leiter des Bereiches Vermarktung aus Serrig, begrüßt werden konnte.

Die Arbeiten für den Ausbau des Info-Zentrums laufen weiter. Zahlreiche Exponate hat der Verein bereits. „Wir suchen noch Materialien aller Art“, ermuntert Rainer Deutzmann die Bürger, Erinnerungsstücke als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Infos unter Tel. (0178) 6567270. Auf der Homepage (www.feldbahn-schermbeck.de) findet man die Telefonnummern und die E-Mail-Adressen weiterer Vorstandsmitglieder.

Zeitzeugen werden gesucht

Der Verein sucht auch Personen, die bei Schermbecker und Gahlener Ziegeleien im Bereich Tontransport tätig waren. Vielleicht gibt es ja noch Fotos vom Transport des Tons mit den Schmalspurbahnen vom Gahlener Heisterkamp oder vom Lichtenhagen zu den Ziegeleien. Gesucht wird auch ein Exemplar der Festschrift, die von der Firma Idunahall im Jahre 1983 zum 75-jährigen Bestehen der Firma herausgegeben wurde.

Mit der Sammlung wächst die Raumnot. Der Verein hofft über einen öffentlichen Aufruf, ein Weidezelt oder einen Container zu bekommen. Ein paar Macken am Container sind kein Problem, weil die Feldbahnfreunde begeisterte Bastler mit großem handwerklichen Geschick sind.

Da ein Ende der erforderlichen Arbeiten nicht in Sicht ist, suchen die Feldbahnfreunde noch ehrenamtliche Helfer. „Man muss kein Handwerker sein“, ermuntert Rainer Deutzmann auch andere Helfer mit Interesse an handwerklichen Arbeiten. Gesucht wird auch ein Helfer, der sich mit Finanzen und mit der Buchhaltung auskennt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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