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Erste Bürgersprechstunde der Polizei: „Zwei Stunden pro Woche sind viel zu wenig“

dzPolizeisprechstunde

Etliche Schermbecker nutzen die erste Bürgersprechstunde der Polizei, um Anzeige zu erstatten. Nicht jeder kommt dran. Aber alle wünschen sich mehr Polizeipräsenz in der Gemeinde.

Schermbeck

, 12.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Für die erste Polizeisprechstunde im Alten Rathaus hat der Schermbecker Bezirksbeamte Uwe Schwenzfeier Unterstützung bekommen. Im Nebenraum sitzt der neue Leiter der Wache in Hünxe, Stefan Henseler. Hilfe, die dringend benötigt wird. Nach und nach kommen immer mehr Leute, die meisten wollen Anzeige erstatten. Auch nach dem offiziellen Ende der Sprechstunde um 12 Uhr warten noch Bürger vor den Büros.

„Die Sprechstunde ist ein guter Anfang. Aber zwei Stunden pro Woche sind viel zu wenig“, sagt eine ältere Frau. „Schrecklich“ sei die Sache mit der Polizeipräsenz in Schermbeck. „Ich wünsche mir einen Ansprechpartner hier, der durchgehend erreichbar ist. Einen Ort, wo ich weiß, dass jemand da ist. Und damit spreche ich jedem Zweiten hier in Schermbeck aus der Seele.“

Nach rund 20 Minuten geht die Frau, ohne mit einem Beamten gesprochen zu haben. Sie regt noch an, künftig vorab Termine zu vergeben, um die Wartezeiten zu verkürzen.

Uwe Schwenzfeier und Stefan Henseler sind nonstop im Gespräch und nehmen sich für jeden die Zeit, die nötig ist. Der Gesprächsbedarf ist ganz offensichtlich groß.

„Es ist ja nicht so, dass auf dem Land nichts passiert“

Stephan Leifeld wartet geduldig eine halbe Stunde, bis er dran ist. Auch er ist gekommen, um jemanden anzuzeigen. „Es ist ja nicht so, dass auf dem Land nichts passiert“, sagt er. Dass die Gemeinde Schermbeck mit einer Fläche vergleichbar zu der Gelsenkirchens keine eigene Wache oder Dienststelle habe, findet er bedenklich. „So entstehen womöglich Rückzugsräume für Kriminelle. Mich stört allgemein die Intransparenz: Da werden einfach Wachen geschlossen und Beamte abgezogen und man muss es hinnehmen.“

Es sind auch Leute gekommen, die seit der Schließung der Schermbecker Dienststelle und dem Abzug weiterer Beamter schlechte Erfahrungen gemacht haben. Eine junge Frau berichtet, wie sie einmal den Notruf gewählt habe, weil ihr Nachbar seine Frau verprügelte. „Ich hab die Schreie gehört und die Polizei gerufen. Aber es hat eine halbe Stunde gedauert, bis jemand gekommen ist.“ Angst, auf die Straße zu gehen, habe sie nicht. „Eher Angst davor, dass wenn mir mal etwas passiert, es auch so lange dauert, bis Hilfe da ist.“