Ernährungsberaterin Ute Becker rät zu einer klaren Strukturierung der eigenen Ernährung. © privat
Ernährung im Lockdown

Ernährungsberaterin rät: Weg vom Kühlschrank, raus aus der Zuckerfalle

Viele dürften im winterlichen Lockdown Gefahr laufen, zuzunehmen. Eine Schermbecker Ernährungsberaterin erzählt, welche Trends sie derzeit beobachtet, und gibt Tipps zur gesunden Ernährung.

Sportvereine können nicht trainieren, viele sitzen den ganzen Tag lang zu Hause. Gerade in diesen Zeiten rückt das Thema Ernährung in den Vordergrund. „Ich denke schon, dass es massive Unterschiede zu der Zeit vor Corona gibt. Es wird deutlich mehr gegessen und mehr Alkohol getrunken“, beobachtet die Schermbecker Ernährungsberaterin Ute Becker. Ihre Klienten seien derzeit froh, wenn sie ihr Gewicht hielten. Die meisten würden aber zunehmen.

Dafür gibt es gerade im Homeoffice vielfältige Gründe. „Zu Hause haben die Leute den Kühlschrank in der Nähe. Bei Stress, Langeweile und Frust wird mehr gesnackt“, erklärt Ute Becker. Meistens bestehen diese kurzen Mahlzeiten aus gesüßten Milchprodukten wie Fruchtjoghurts oder aus Gummibärchen. Auch beliebt im Januar und Februar seien die Reste der Weihnachtskekse, auf die man vor den Festtagen diszipliniert verzichtet hat. Der eine oder andere würde sicherlich auch mehr Kaffee trinken.

Ernährungsprotokoll zeigt mögliche Veränderungen

„Im Büro existiert eine soziale Überwachung, weil die Kollegen mal gucken“, glaubt Ute Becker. Außerdem gebe es teilweise gemeinsame Neujahrsvorsätze.

Wie kann man nun vermeiden, den Lockdown mit einigen Kilos mehr auf den Rippen zu beenden? Ganz wichtig ist für die Schermbecker Ernährungsberaterin eine genaue Strukturierung. „Ich bin ein Freund davon, den Ist-Zustand zu dokumentieren. Ein Ernährungsprotokoll über sieben Tage zeigt: Wie sind meine Strukturen? Habe ich drei Mahlzeiten? Esse ich Obst und Gemüse oder viele leicht verdauliche Kohlehydrate?“ Davon ausgehend könne man dann gezielt einkaufen.

Die passenden Ernährungstipps seien individuell recht unterschiedlich. Einige grundsätzliche Ratschläge nennt Ute Becker aber dann doch: „Man sollte genügend Obst und Gemüse essen. Zwei Smoothies zum Frühstück sind da keine Alternative.“ Außerdem sei es sehr wichtig, regelmäßig Wasser oder Tee zu trinken.

„Man sollte mindestens drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, aber nicht unbedingt zwölf. Am besten sind etwa vier bis fünf Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten“, wirbt Ute Becker für eine geregelte Aufteilung. Wenn man nicht regelmäßig und genügend esse, nehme man am Abend dementsprechend zu viel zu sich.

Erster Schritt zum Abnehmen führt aus der Zuckerfalle

Welche Lösungen am schnellsten für diejenigen wirken, die bereits zugenommen haben, versucht Ute Becker ebenfalls zu erklären. „Zunächst ist es sinnvoll, den Zucker ein bisschen zu reduzieren, die Zuckerfalle zu vermeiden.“ Wenn man einmal Zucker gegessen hat und der Insulinspiegel sinkt, verlange der Körper wieder nach Zucker.

Weiterhin könne der Verzehr von Vollkornprodukten helfen.

Vor allem wichtig ist aus Sicht der Schermbeckerin aber ein bewusstes Essen: „Nicht nebenbei noch etwas nachgucken, sondern aufmerksam kauen. Das wissen eigentlich die meisten, aber es geht oft verloren.“ Außerdem ist bei aller gesunden Ernährung natürlich regelmäßige Bewegung notwendig. „Man sollte eine richtige Mittagspause machen, einmal um den Block oder in den Wald laufen“, rät Ute Becker.

Bei Kindern sehe sie grundsätzlich eine geringere Gefahr. „Die essen zu Hause, wenn das einmal richtig eingeteilt ist, viel abwechslungsreicher als sonst“. Zentral sei eine gute Absprache mit den Eltern (Ute Becker: „Wie bei der Arbeit kann man das Gespräch über das Essen zur Teambesprechung machen“ und der weitgehende Verzicht auf Snacks wie süße Joghurts oder Müsliriegel.

„Alles steht und fällt mit einem Plan“, ist Ute Becker überzeugt. Wer sich bewusst wird, wie er isst, kann auch die gewünschten Änderungen herbeiführen. Mit ihren Klienten erstelle sie deshalb gezielt einen individuellen Wochenspeiseplan.

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Bastian Becker

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