Klaus Wasmuth setzt sich weiterhin für eine Nordost-Umgehung ein, um den Verkehr aus Richtung Erle über eine Umgehungsstraße von der Erler Straße (im Hintergrund) am Schermbecker Ortskern vorbeizuleiten. © Helmut Scheffler
Mittelstraße

Ehemaliger Ratsherr plädiert für Ortsumgehungsstraße

Zu viel motorisierter Verkehr quält sich laut Gutachtern durch die Mittelstraße. Ihre Vorschläge hält ein ehemaliges Ratsmitglied für den „falschen Weg“. Er erinnert an eine alte Idee.

Zu den Zwischenergebnissen der Untersuchungen der Büros Junker + Kruse, Runge IVP und wbp Landschaftsarchitekten, bemängelt Klaus Wasmuth, der viele Jahre für die FDP im Rat saß: „Es ist der falsche Weg.“ Erneut würden die Verkehrsströme nicht vom Ortskern ferngehalten, sondern versucht, wie man Binnen- und Durchgangsverkehr durch den engen Ortskern hindurchzwängen kann.

Mitte der 1980er-Jahre hatte die FDP zwei Vorschläge zur Verkehrsberuhigung vorgelegt. Eine Lösung wurde in der Öffnung der Marellenkämpe gesehen. Dann hätte der Verkehr vor allem aus den Wohngebieten südlich der Mittelstraße über die Schienebergstege und die Marellenkämpe direkt in Richtung Dorsten abfließen können, ohne über den Kapellenweg zurück in den Ortskern geführt zu werden.

Das Verkehrsaufkommen auf der Mittelstraße wäre vermutlich deutlich zurückgegangen, aber das Votum der FDP für eine Öffnung der Marellenkämpe scheiterte an dem starken Widerstand der Anlieger.

Verlegung der Landesstraße

Bereits ein Jahr vorher hatte die FDP die Verlegung der Landesstraße 607 als Lösung für die Reduzierung des Durchgangsverkehrs ins Gespräch gebracht. Als in den folgenden anderthalb Jahrzehnten zahlreiche weitere Verkehrsführungsvarianten im Ortskern scheiterten, meldete sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Klaus Wasmuth im Jahr 2000 erneut mit seinem Vorschlag einer Nordost-Umgehung zu Wort.

„Die Erler Straße ist nach Auffassung der Liberalen eine Zumutung für die Anwohner“, beschrieb Klaus Wasmuth vor 21 Jahren die Verkehrssituation auf der Erler Straße. Drei Bypässe gegen den Verkehrsinfarkt auf der Erler Straße und der Mittelstraße stellte Wasmuth vor.

Bei allen drei Modellen sollte von der Erler Straße der Verkehr über eine südöstlich verlaufende Umgehungsstraße in Richtung B 58 abgeleitet werden. Die FDP favorisierte jene Variante, die nahe der ehemaligen Volksschule in Uefte von der L 607 abzweigen und dann weitgehend über den Hatkampweg in Richtung B 58 führen sollte.

Minister unterstützte Plan

Zwei Jahre später erhielt die FDP Unterstützung durch Ernst Schwanhold, den NRW-Verkehrsminister. Er befürwortete eine Verlegung der L 607. Schwanhold schlug vor, dass die Gemeinde eine Aufnahme des Projektes in den Landesstraßen-Bedarfsplan beantragen sollte.

Um das Verfahren zu beschleunigen, schlug der Minister der Gemeinde vor, Grundstücks- und Lärmschutzfragen zu klären. Danach könne mit dem Ministerium über Fördermöglichkeiten in Höhe von 75 Prozent diskutiert werden. Die Chancen dafür schätzte Schwanhold positiv ein.

„Die von Minister Schwanhold aufgelisteten Bedingungen sind alle erfüllbar“, stellte Klaus Wasmuth im April 2002 fest. Es sei nun Aufgabe des Schermbecker Bürgermeisters, die Sache voranzutreiben und Kontakt zu den Behörden aufzunehmen.

Ring- und Einbahnstraßensystem

Danach wurde es ruhig, zumal die Ratsmehrheit eine andere Lösung favorisierte. CDU und SPD entwickelten ein Verkehrskonzept für den Ortskern mit einem Ring- und Einbahnstraßensystem, das unter anderem den Neubau einer Straße durch die Wallgrabenzone beinhaltete.

Dem Aktionsbündnis „GEGEN-VERKEHR“ gelang es aber, 2.059 Unterschriften für die Durchführung des ersten Schermbecker Bürgerentscheids zu sammeln. Am 10. Dezember 2006 gelang der Bürgerentscheid. Danach herrschte Katerstimmung bei CDU und SPD. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Schetter behielt mit seiner Prognose Recht: „In der Legislatur-Periode bis 2009 wird wohl nichts Neues auf die Beine gestellt werden.“

Weitere zwei Legislatur-Perioden verstrichen, bis jetzt erneut über die Verkehrsberuhigung im Ortskern diskutiert wird. „Die Nordost-Umgehung ist wichtiger denn je“, ist Klaus Wasmuth überzeugt und verweist auf die Entstehung des Baugebietes „Spechort“, das weiteren Verkehr erzeugen wird.

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Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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