Dirk Jahns und Peter Gumprich (vorne, v.l.) stellten das Konzept für den neuen Rewe-Markt vor. Froh sind darüber Bürgermeister Mike Rexforth (l.), die Architekten und die Vertreter der Banken. © Berthold Fehmer
Supermarkt

Ehemaliger Edeka-Markt wird nach Abriss und Neubau zu Rewe

1700 Quadratmeter groß soll der neue Supermarkt an der Erler Straße werden. Nun ist auch raus, wer diesen Markt betreiben wird: Rewe. Der Bürgermeister erwartet jetzt „stürmische Tage“.

Denn dass es in Schermbeck damit einen zweiten Rewe-Markt geben wird, dürfte nicht bei allen Bürgern auf Gegenliebe stoßen. Klaus Roth (BfB) hatte zuletzt im Planungsausschuss über den Edeka-Nachfolger gesagt: „Wer auch immer das sein wird: Ich hoffe, dass es nicht Rewe wird.“ Denn Konkurrenz belebe das Geschäft und sei auch wichtig für die Preisgestaltung.

Diese Sorgen versuchten die Rewe-Vertreter Dirk Jahns und Peter Gumprich am Dienstag zu nehmen. Jahns, zuständig bei Rewe Dortmund für die Expansion, sagte, dass Rewe ein neues Konzept im Markt umsetzen werde. „Es wird nicht eine Kopie von dem, was sie jetzt in Schermbeck kennen.“ Extrem regional, frische-orientiert mit einem großen Backshop im Eingangsbereich, der auch ein Café „mit Aufenthaltsqualität“ bieten soll – das schwebt den Planern vor.

„Wie der Teufel das Weihwasser“

Den Wunsch nach Vielfalt der Firmen könne er verstehen, sagte Bürgermeister Mike Rexforth. Doch es gebe nicht viele Partner, die die Kombination von Supermarkt und Wohnungen, insgesamt 24, mitmachten. „Viele scheuen das wie der Teufel das Weihwasser.“ Man habe auch mit Edeka gesprochen, aber bis zuletzt hatte Rexforth nicht das Gefühl, dass dort auf der Gegenseite angekommen sei, warum sich die Politik einstimmig für den Markt an der Erler Straße und gegen die Grüne Wiese ausgesprochen hatte.

12 Millionen Euro Investitionen erwarten die Architekten Lars Rexforth (Bruder des Bürgermeisters) und Johannes Brilo, denen die Fläche gehört. Beide Banken (Volksbank und NISPA) werden dies finanzieren. Auch eine derzeit als Wiese genutzte Fläche der Gemeinde werden die Architekten kaufen, um ihre Pläne umzusetzen. Jahns sagt, dass Rewe etwa 1,5 Millionen Euro in die Innenausstattung und die Waren des Markts investieren werde, der Anfang 2023 öffnen soll. 50 bis 60 Mitarbeiter soll der Markt beschäftigen.

Langfristige Verträge

Froh ist Rexforth über die Langfristigkeit der Verträge. 18 Jahre bindet sich Rewe am neuen Standort – mit Verlängerungsoption für anderthalb Jahrzehnte. Auch der Rewe-Markt am Rathaus sei langfristig gebunden, so Jahns. Der neue Rewe-Markt soll von einem selbstständigen Unternehmer betrieben werde – dafür werde man den Markt nun intern ausschreiben, so Jahns. Mehrere Expertisen besagten, so Jahns, dass sich die beiden etwa gleich großen Märkte in Schermbeck auskömmlich betreiben lassen.

Bei der Preisgestaltung gebe einen festgelegten Preis der Produkte für die Rewe-Kaufleute, sagt Jahns. Die Auswahl der 20.000 Artikel im Markt treffe aber jeder Händler selbst – je nach Kundschaft. Nach der Entscheidung für Rewe erwartet Rexforth nun „stürmische Tage“. „Aber das halten wir aus, denn es gibt gute Gründe.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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