Das Becken und der Hubboden sind im Schermbecker Hallenbad in die Jahre gekommen. Möglicherweise sorgt eine Doppelförderung von Land und Bund dafür, dass auch hier eine Sanierung infrage kommt. © Holger Steffe (A)
Hallenbad

Doppelförderung könnte Hallenbad zu umfangreicher Sanierung verhelfen

Erst schien es kurios, dass sowohl Bund als auch Land das geplante Lehrschwimmbecken fördern wollten. Doch die Doppelförderung könnte dem Hallenbad eine umfangreichere Sanierung ermöglichen.

Beim Wassersportverein Schermbeck knallten die Sektkorken, als das Land im November 2020 zusagte, 1,5 Millionen Euro für den Anbau eines Lehrschwimmbeckens am Hallenbad zur Verfügung zu stellen. Ohne, dass ein Eigenanteil fällig würde.

Gleichzeitig hatte die Gemeinde aber auch beim Bund einen Förderantrag gestellt, in dem nicht nur das Lehrschwimmbecken, sondern auch energetische Sanierung, Barrierefreiheit und Brandschutz Themen waren. Auch hier erhielt die Gemeinde im März 2021 eine Förderzusage. „Offen formuliert“ sei der Antrag gewesen, sagt Bürgermeister Mike Rexforth heute, und das könnte sich nun als Segen erweisen.

Während das Landesprogramm pro Einzelmaßnahme auf 1,5 Millionen Euro gedeckelt war, lag die Obergrenze im Bundesprogramm bei 3 Millionen Euro. Rund 2,16 Millionen Euro zuwendungsfähige Gesamtausgaben bedeuteten eine Bundesförderung von fast 1,95 Millionen Euro und fast 195.000 Euro Eigenanteil (10 Prozent) für die Gemeinde.

Mit den Bundesmitteln, soviel ist nach ersten Gesprächen mit dem WSV und dem Projektträger Jülich klar, der die Abwicklung der Bundesförderung übernimmt, können zumindest Kostensteigerungen für energetische Sanierung und Herstellung der Barrierefreiheit abgefangen werden.

Noch erfreulicher für den WSV ist aber die Bereitschaft des Projektträgers, dass das Geld auch grundsätzlich für „weitere dem Zuwendungszweck dienliche Maßnahmen, etwa für eine Sanierung/einen Austausch des Bestandsbeckens“, verwendet werden könne“, so Alexander Thomann von der Stabsstelle Fördermanagement der Gemeinde. Für den 50 Jahre alten Hubboden des Bads seien keine Ersatzteile mehr zu bekommen, eine Reparatur sei damit ausgeschlossen.

Ein neues Hauptschwimmbecken und ein neuer Hubboden – das wäre natürlich weitaus mehr, als bei den ersten Anträgen und Ideen skizziert wurde. Es müsse dazu noch ein finales Gespräch mit dem Bund geben, so Rexforth vorsichtig. Aber so könnte aus der zunächst geplanten Maßnahme für 1,5 Millionen Euro nun eine Investition werden, die die 3-Millionen-Euro-Marke überschreitet.

Der Rat berät am 30. Juni darüber, dass die Gemeinde die fast 195.000 Euro Eigenanteil schultern soll. Das sei laut dem Vertrag, den WSV und Gemeinde bei der Übergabe des Bads an den Verein geschlossen hatten, auch so vorgesehen, sagt Rexforth. Bei größeren Investitionen, und das seien ein neues Edelstahlbecken und ein neuer Hubboden, könne der Verein eine Förderung der Gemeinde fordern.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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